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Väderstadt in Schweden – bessere Lebensqualität als in Deutschland?

In Deutschland bekommt man immer wieder mit, wie Menschen darüber nachdenken auszuwandern. Ein besonders beliebtes Auswanderungsziel sind die skandinavischen Länder. Dort sollen die Arbeitsbedingungen besser und die Lebensqualität höher sein. Stimmt das wirklich?
Auf meinem Weg von Dänemark nach Stockholm liegt der kleine Ort Väderstad, bis dato brachte ich diesen Namen nur in Verbindung mit einem Maschinenhersteller für Bodenbearbeitungs- und Aussaatgeräte. Nach einer Besichtigung der Produktion, einer Führung durch die örtliche Landwirtschaft und einem Jagdtrip bringe ich den Namen nun mit ganz anderen Dingen in Verbindung.
Väderstad gehört zur Gemeinde Mjölby im Landkreis Östergötland, etwa 250 Kilometer süd-westlich von Stockholm. Es ist ein kleiner Ort mit einem Café, einem kleinen Supermarkt und einer Kirche. Auf rund 118 Hektar leben dort rund 600 Menschen. Ein Großteil arbeitet beim Landmaschinenhersteller Väderstad.













Abbildung 1: Werksbesichtigung bei Väderstad, Maria Redwanz und Hannes-Friedrich Böse

Ich bin verabredet mit Maria Redwanz. Maria kommt ursprünglich aus Mecklenburg Vorpommern und ist zuständig für das Marketing bei Väderstad. Sie führte mich durch die Produktionshallen und erläuterte mir die Vorgehensweisen im Werk.

Die Idee zu den Maschinen kam den Gründern Rune und Siw Stark 1962, als sie die gewöhnliche Bodenbearbeitung mit einem Holzbalkengestell auf langlebige Stahlkonstruktionen umstellten - mit Erfolg! Nachbarn fragten nach den Maschinen und wollten mit der Zeit gehen. Die Produktion begann und die Firmengeschichte war geschrieben.
Überrascht war ich von den relativ kleinen Produktionshallen und sprach Maria sofort darauf an. Ihre Antwort: „Du hast recht. Die Produktionsstätte wirkt relativ klein, aber wir setzen auf Schichtsysteme, optimierte Arbeitsabläufe und bestmögliche Ausnutzung gegebener Ressourcen.“ Dabei betonte sie vor allem den in Schweden herrschenden Arbeitsschutz. Niemand produziert ein lautes Geräusch oder startet eine laute Maschine, wenn nicht alle Personen in der Umgebung Ohrenschützer tragen. Auch die Gesundheit der Mitarbeiter liegt der Firma am Herzen: Schwere Arbeiten übernehme Kräne, Maschinen unterstützen die Menschen und stupide Arbeiten werden von Robotern erledigt. Neben der Arbeitssicherheit spielt die Work-Life-Balance in Schweden eine deutlich größere Rolle als in Deutschland.













Abbildung 2: Arbeitsschutz steht an erster Stelle, egal ob die Maschine alt oder neu ist.

Maria erklärte mir, dass die neuen Entwicklungen auf einem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb getestet werden. Für die Bewirtschaftung ist Axel Ektander zuständig. Axel war gerade am Dreschen. So bot sich die Gelegenheit an auf seinem Mähdrescher mitzufahren und mit ihm ins Gespräch zu kommen.
Er berichtete mir von seinem Job und der Zusammenarbeit mit Väderstad und ich begann, ihn ein wenig um die Arbeitsbedingungen zu beneiden. Gute Zusammenarbeit und freundliches Arbeitsklima machten sich deutlich bemerkbar. Durch das benachbarte Werk ist es Axel vorbehalten, auch auf seinem eigenen Betrieb mit der neusten Technologie zu wirtschaften, brandneue Maschinen unter die Fittiche zu nehmen und diese ausgiebig zu testen.















Abbildung 3: Einsatz moderner Landtechnik in Schweden

Weiter auf dem Weg nach Stockholm machte ich einen Halt bei dem Agrarhändler „Lantmännen“ und informierte mich über die aktuelle Situation zur Stickstoffdüngung in Schweden. Ist die Düngung hier auch so strikt geregelt wie in Deutschland? Interessant finde ich, dass die Landwirte über die Ausbringmenge des Stickstoffs selber entscheiden können und die Wirtschaftlichkeit der eingesetzten Menge selbst definieren. Fragt sich nur, ob positiv oder negativ für die Umwelt oder wird das Thema Stickstoff in Deutschland einfach nur dramatisiert?

Dagegen ist die Phosphatdüngung in einer fünfjährigen Fruchtfolge auf 120 kg P/ha begrenzt. Das bringt Probleme bei der organischen Düngung mit sich, denn eine rein organische Phosphatdüngung ist nicht ausreichend. In den letzten Jahrzehnten gibt es auch immer mehr Schwefelmangelstandorte. Denn die Industrie nimmt ab und somit bleiben die atmosphärischen Schwefeleinträge aus.

Für heute verabschiede ich mich aus Väderstad und begebe mich auf den Weg zur Elchjagd in den Norden Schwedens. Ihr Hannes-Friedrich Böse

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.skwp.de und unter http://www.duengerfuchs.de (06.09.2017)

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