EU-Landwirte weiten Ölsaatenanbau aus
Ob Raps, Sonnenblumen oder Sojabohnen – viele europäische Landwirte setzen auf den Anbau von Ölsaaten. Zwischen Athen und Helsinki, zwischen Bukarest und Lissabon sind in 2008 rund 10,1 Mio. Hektar (ha) Ackerfläche mit diesen drei Ölfrüchten bestellt worden, zitiert der Landvolk-Pressedienst eine Anbaueinschätzung des EU-Dachverbandes des Getreide- und Futtermittelhandels (Coceral). Damit haben die europäischen Landwirte ihre Ölsaatenanbaufläche im Vergleich zu 2007 um 3,6 Prozent ausgeweitet. Mit 6,16 Mio. ha favorisierten sie dabei nach wie vor den Raps, auch wenn dieser rund 1,3 Prozent weniger Fläche mit seinem Blütenteppich überziehen wird als im vergangenen Jahr. Der Anbau von Sonnenblumen wuchs dagegen um satte 14,9 Prozent auf jetzt 3,65 Mio. ha, während das Sojabohnenareal der Gemeinschaft um weitere 9,4 Prozent auf nur noch 327.000 ha schrumpfte.
In den einzelnen Ländern haben die Landwirte ihre Anbauplanungen jedoch höchst unter-schiedlich gestaltet. So werden Frankreich und Deutschland auch in diesem Jahr die führen-den Lieferanten von Rapsöl in der EU bleiben, in beiden Ländern haben die Landwirte je-doch den Rapsanbau kräftig eingeschränkt. So reservierten die französischen Erzeuger dem Raps mit 1,48 Mio. ha in diesem Jahr rund 7,6 Prozent weniger Fläche als in 2007 und ihre deutschen Kollegen schränkten den Rapsanbau um 7,5 Prozent auf jetzt 1,43 Mio. ha ein. In Polen wuchs das Rapsareal um 5,5 Prozent auf 750.000 ha, während es in Großbritannien mit 598.000 ha fast stagnierte. Dagegen weiteten die rumänischen Landwirte den Rapsan-bau kräftig aus, und zwar um 27,3 Prozent auf 420.000 ha. Bei einem normalen Witterungs-verlauf könnte das neue Mitgliedsland damit zum sechstgrößten Rapserzeuger der EU wer-den, knapp vor Dänemark.
An der Ausweitung des Sonnenblumenareals zur Ernte 2008 sind die rumänischen Landwir-te ebenfalls erheblich beteiligt. Mit derzeit 920.000 ha wuchs die Sonnenblumenfläche in Rumänien gegenüber 2007 um rund ein Drittel. Einen Boom erlebt die Sonnenblumensaat auch in Spanien, wo das Areal um 21,5 Prozent auf 730.000 ha wuchs und in Frankreich, wo die Fläche um 10,5 Prozent auf 580.000 ha zunahm. Die deutschen Landwirte weiteten den Anbau von Sonnenblumen zwar ebenfalls aus, der Umfang nimmt sich mit insgesamt 26.000 ha gegenüber anderen Ländern jedoch immer noch bescheiden aus, auch wenn die Fläche gegenüber dem Vorjahr um rund ein Drittel gestiegen ist. Sonnenblumen und Soja-bohnen gehören jedoch aufgrund ihrer klimatischen Ansprüche hierzulande nach wie vor zu den Außenseitern im Anbauspektrum. Für die Sojabohne gilt dies in Europa ohnehin. Nen-nenswerte Anbauflächen widmen ihr nur noch die Bauern in Italien mit 130.000 ha und die Landwirte in Rumänien, wo sie auf 105.000 ha wächst.
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