Den Ackerböden fehlt Schwefel
- Saurer Regen war als Hauptschuldiger des Waldsterbens jahrelang Thema Nummer eins beim Umweltschutz, doch die intensiven Gegenmaßnahmen waren erfolgreich – heute fast schon zum Leidwesen der Bauern. Denn was früher als kostenloser Dünger auf Felder und Wiesen herab rieselte, bleibt heute in den Filtern der Kraftwerke hängen. Nach Angaben des Landvolks Niedersachsen müssen die Bauern deshalb immer häufiger einen Schwe-felmangel ihrer Böden feststellen und diesen mit Mineraldünger ausgleichen. Noch vor we-nigen Jahren war hingegen eine Schwefeldüngung nicht notwendig, weil mit dem „sauren Regen“ immer wieder ergänzt wurde, was durch Entzug der Pflanzen und Auswaschung verloren ging. Mittlerweile ist aber die erste Düngergabe im Frühjahr mit einem schwefel-haltigen Stickstoffdünger zum Standard geworden. Nach aktuellen Bodenuntersuchungen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist der Vorrat an pflanzenverfügbarem Schwefel der Äcker in diesem Frühjahr sogar niedriger als sonst; der Anteil der schlecht versorgten Flächen war noch nie so hoch. Grund sind die anhaltend hohen Niederschläge seit dem Herbst, die gerade den Schwefel aus den Böden ausgewaschen haben.
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