Landwirte blicken vorsichtiger in die Zukunft

Die wirtschaftliche Stimmung in der deutschen Landwirtschaft hat sich abgekühlt. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Erhebung des Konjunkturbarometers Agrar im März/April 2008. Insbesondere die Erwartungen der Landwirte an die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwei bis drei Jahren fallen zurückhaltender aus, während die aktuelle wirtschaftliche Lage weiterhin relativ gut eingeschätzt wird. Ausschlaggebend hierfür sind die von den Landwirten deutlich schlechter eingeschätzten Erzeugerpreise für Milch sowie die gestiegenen Kosten für Futtermittel und Energie.

Der Index, der sich aus der Einschätzung der aktuellen und der zukünftigen wirtschaftlichen Lage der Landwirte zusammensetzt, erreicht 33,9 Punkte nach 39,4 Punkten bei der letzten Befragung vor drei Monaten. Die aktuelle wirtschaftliche Situation wird vor allem von den Landwirten im Ackerbau aber auch in der Milchviehhaltung noch als relativ günstig beurteilt, während Schweinehalter ihre Lage überwiegend als ungünstig einschätzen. Die regionalen Unterschiede in der wirtschaftlichen Stimmungslage haben sich weiter angeglichen.

Die Beurteilung der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden zwei bis drei Jahren fällt erkennbar schlechter aus als vor drei Monaten. Das gilt durchgehend für Landwirte in allen Betriebsformen. Zwar erwartet die große Mehrheit der Milchviehhalter und der Ackerbaubetriebe (73 Prozent) eine in etwa gleichbleibende wirtschaftliche Entwicklung. Aber inzwischen gibt es unter den Milchviehhaltern und den Gemischtbetrieben wieder mehr Pessimisten als Optimisten, die eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage erwarten. Dagegen ist die Hoffnung unter den Betriebsleitern mit Schwerpunkt Schweinehaltung groß, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung bald bessern möge.

Die zuletzt recht hohe Investitionsneigung der Landwirte setzt sich offenbar fort, und zwar sowohl bei Wirtschaftsgebäuden, bei der Hoftechnik und bei Maschinen und Geräten. Wegen der teilweise längeren Lieferfristen der Hersteller verschiebt sich mitunter die Umsetzung der geplanten Investitionen. Bei außerlandwirtschaftlichen Investitionen bzw. erneuerbaren Energien hingegen sind die Landwirte etwas zurückhaltender.

Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird im Auftrag des Deutschen Bauernverbandes (DBV), der Landwirtschaftlichen Rentenbank, des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und des Bundesverbandes der Lohnunternehmen vierteljährlich erhoben. Im März/April 2008 befragte das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt dazu in einer repräsentativen Befragung rund 1.000 Landwirte und Lohnunternehmer zu ihrer wirtschaftlichen Lage und ihren Investitionsabsichten.

Die detaillierten Auswertungen zum Konjunkturbarometer Agrar finden Sie auf der Internetseite www.bauernverband.de

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