Holder beantragt erneut Insolvenz
Erneute Turbulenzen bei Holder. Das Unternehmen, das seit 2005 zur türkischen Unternehmensgruppe Uzel gehört, musste erneut Insolvenz anmelden. Seit Februar gibt es für die Mitarbeiter kein Gehalt mehr.
Nach der Übernahme Holders durch die Uzel-Gruppe im Jahr 2005 liefen die Geschäfte anfangs ganz gut, so dass die Belegschaft bis Mitte 2007 sogar Überstunden machen musste. Doch schon ab Mai vergangenen Jahres gab es Verzögerungen bei den Gehaltszahlungen. Vertreter der Gewerkschaft IG Metall bestätigten, dass bei Holder ab September 2007 schon fast nichts mehr produziert wurde, weil kein Geld vorhanden war, um Material zu kaufen. Und wenn man doch mal in der Lage war, etwas zu kaufen, dann ging das nur gegen Barzahlung. Uzel soll in dieser Zeit versucht haben, mit einer Hinhaltetaktik Zeit zu gewinnen. Doch das versprochene Geld ist bis heute nicht gekommen. Seit Februar werden keine Gehälter mehr bezahlt. Und nachdem die Banken die Konten gesperrt hatten, war der Gang von Geschäftsführer Andreas Frisch vors Insolvenzgericht in Tübingen unumgänglich.
Dennoch herrscht bei Geschäftsleitung, Betriebsrat und Gewerkschaft Zuversicht, dass es bei Holder weitergeht, sollen doch die Auftragsbücher so voll sein wie seit zehn Jahren nicht. Das Auftragsvolumen reicht laut Holder auf jeden Fall für die nächsten elf Monate. Der Insolvenzbeamte hat denn auch zusammen mit Geschäftsleitung und Betriebsrat auf Grund der hervorragenden Auftragslage beschlossen, den Betrieb uneingeschränkt weiter laufen zu lassen. Ausserdem wurden bereits Gespräche mit potenziellen Investoren geführt, sie sollen intensiviert werden. Selbst die Gewerkschaft steht hinter der Geschäftsleitung. Die Fehler seien in der Türkei gemacht worden. So hätte sich die Muttergesellschaft Uzel geweigert, mit der Gewerkschaft ein Sanierungskonzept zu erarbeiten.
Holder beschäftigt zurzeit 155 Mitarbeiter und hatte zuletzt einen Jahresumsatz von durchschnittlich 30 Millionen Euro.
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