Informationszentrum "Bodenschonung" auf den DLG-Feldtagen 2008

Informationszentrum „Bodenschonung durch optimale Zugkraftübertragung“ Plattform für intensive Diskussionen - Demonstrationsparzelle - Forumsveranstaltung

(DLG). Gemeinsam mit wissenschaftlichen Institutionen und Ausstellern richtet die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) ein Informationszentrum „Bodenschonung durch optimale Zugkraftübertragung“ auf den DLG-Feldtagen 2008 ein. Im Mittelpunkt wird dabei unter anderem eine Demonstrationsparzelle stehen, an der die Folgewirkungen von Verdichtungen durch falsches Befahren gezeigt werden. Hier sollen die bodenpysikalischen Zusammenhänge im Feld veranschaulicht werden. Aussteller, insbesondere aus den Bereichen Bereifung, Fahrwerke und Wissenschaft, werden im Rahmen dieses Informationszentrums unterschiedliche Lösungen zum bodenschonenden Befahren von Ackerflächen vorstellen.

Der Fokus des Informationszentrums liegt auf dem Befahren und auf der Zugkraftübertragung, denn an den Kontaktflächen Reifen und Boden werden die Kräfte übertragen, und die Lasten müssen hier abgestützt werden. Die komplexe Thematik wird in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen in Soest und dem Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI), ehemals FAL in Braunschweig, anschaulich aufbereitet. Im Informationszentrum sollen die verschiedenen Untersuchungen der beteiligten Institute zusammengeführt und gebündelt werden. Aus diesem Mosaik können die Landwirte dann Handlungsweisen für ihren Betrieb ableiten. Darüber hinaus bietet das Informationszentrum die Plattform für eine intensive Diskussion zwischen den Besuchern und den vor Ort anwesenden Fachleuten. Eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung im Forum 2 auf dem Stand G-A 01 am Dienstag, dem 24. Juni 2008, von 9.30 Uhr bis 10.30 Uhr, bietet unter dem Thema „Bodenschutz - was kann der Landwirt tun?“ eine weitere, vorzügliche Möglichkeit zur Vertiefung des Themas. Bodendiagnose Mitarbeiter der Fachhochschule Südwestfalen betreuen ein Versuchsfeld, das in zwei Bereiche aufgeteilt ist. Im ersten Bereich sind mehrere Überfahrten simuliert, so eine Anhänger-Befahrung mit unterschiedlicher Bereifung und differenziertem Reifeninnendruck. Außerdem wurden bei einer Überfahrt mit ungünstigen Bedingungen Schadverdichtungen induziert. Quer zu den Befahrungen sind verschiedene Kulturpflanzenbestände angelegt. Demonstriert werden die Einflüsse auf das ober- und unterirdische Pflanzenwachstum sowie daran anknüpfend einige bodenphysikalische Untersuchungen. Dazu gehört unter anderem die Messung des Bodendrucks mit einem Penetrometer. Die Messwerte des Eindringwiderstandes lassen allein keine eindeutige Beurteilung der Funktionalität von Böden zu. Daher werden weitere Untersuchungsmöglichkeiten vorgestellt, zum Beispiel die Spatendiagnose. Die Besucher der DLG-Feldtage 2008 können so den Bodenaufbau erkennen und die Bedeutung für den Pflanzenbau einschätzen. Außerdem werden Versuchsergebnisse von Porenvolumen sowie Porengrößenverteilung, Wasserleitfähigkeiten und Luftkapazitäten gezeigt. Darüber hinaus wird ein computergestütztes Simulationsmodell vorgeführt. Interessierte Landwirte können unter Anleitung auf Basis eigener Betriebsdaten (Reifentyp und -druck sowie Bodenart) die Bodenbelastung von Ernte-, Pflege- oder Bestellmaßnahmen modellhaft berechnen.

Bereifung und Reifendruck Auf dem zweiten Teil der Demonstrationsparzelle zeigen die Mitarbeiter der Fachhochschule Südwestfalen Spuren unterschiedlicher Antriebssysteme (Fahrwerke, Räder verschiedener Breite und mit unterschiedlichen Reifeninnendrücken) auf den Boden. Die Spur ist das Ergebnis der Interaktion zwischen Boden und Maschine. Durch breitere Reifen und eine Verminderung des Reifeninnendrucks können steigende Radlasten zu einem großen Teil kompensiert werden. Komfortable Einstellsysteme, wie Reifenregeldruckanlagen, unterstützen diesen Effekt zusätzlich. Beispielhaft wird das Ergebnis einer Überfahrt eines mit Reifenregler und Radialreifen ausgerüsteten Güllefasses demonstriert. Spurtiefen, Bodenkontaktflächen und Dieselverbrauch werden dargestellt. Die Wissenschaftler werden aufzeigen, dass durch bodenschonende Bewirtschaftung nicht nur die Ertragsfähigkeit des Bodens erhalten werden kann, sondern dass man durch das Einsparpotenzial auch ökonomisch an Boden gewinnt. Denn mit der durch die Erhöhung der Zugkraft bedingten Leistungssteigerung geht eine deutliche Dieseleinsparung einher.

Online Messverfahren Wissenschaftler des Johann Heinrich von Thünen-Instituts zeigen ein komplexes Multisensorsystem, das Reifen- und Belastungsparameter während des Befahrens online feststellen kann. Ihrer Ansicht nach reicht die Messung der Spurtiefe zur Vermeidung von Bodenschäden allein nicht aus, weil mit ihr keine Aussage über die Fortpflanzung des Drucks in die Tiefe möglich ist. So werden neben der Spurtiefe die Reifenabplattung (die zum Beispiel im Erntevorgang durch die stetige Bunkerbefüllung und -entleerung variiert) sowie die Bodensetzung (in erster Linie abhängig von der Bodenfeuchte) gemessen. Der Sensor liegt derzeit nur als Prototyp vor. Er soll jedoch zukünftig als praxistaugliches Instrument in erster Linie in Erntemaschinen eingebaut werden. Der Fahrer erhält dann während des Ernteeinsatzes Informationen zur aktuellen Verdichtungsempfindlichkeit des Bodens und kann dann ein flexibles Einsatzmanagement ableiten.

Prüfstand für Reifendruck Fachleute des DLG-Testzentrums Technik zeigen einen Messstand zur Ermittlung des Bodendrucks durch unterschiedliche Reifen. Über 30.000 Messstellen können auf einer Folie von einem Quadratmeter die Messergebnisse für den Bodendruck bis in ca. 20 cm Tiefe erfassen. So werden feinste Unterschiede zwischen den verschiedenen Reifenkonstruktionen sichtbar.

Die DLG-Feldtage finden vom 24. bis 26. Juni auf dem Thüringer Lehr-, Prüf- und Versuchsgut in Buttelstedt bei Weimar statt. Sie werden von der DLG gemeinsam mit der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, der Raiffeisen-Warenzentrale Kurhessen-Thüringen GmbH, der Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG, der Deutschen Kreditbank AG sowie mit Unterstützung des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt durchgeführt.

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