Allgemeine Düngeinformation
=>Nährstoffentzüge
=>Stickstoff
=>Phosphat
=>Kali
=>Magnesium
=>Kalk
=>Spurenelemente
=>Blattdüngung
Nährstoffentzüge
| |
N |
P2O5 |
K2O |
MgO |
| kg/dt Korn und Stroh |
2,4 |
1,0 |
2,5 |
0,6 |
| kg/dt FM Silomais |
0,4 |
0,16 |
0,45 |
0,09 |
Das Pflanzenwachstum vom Mais ist vom Aufgang bis Anfang Juli sehr langsam.
Das Jugendwachstum sollte daher mit einer reichlichen Nährstoffversorgung im tatsächlich
zu diesem Zeitpunkt durchwurzelten Bereich gefördert werden. Durch anfänglich
oberflächliche Wurzelentwicklung ist die Nährstoffausnutzung während der
Jugendentwicklung relativ gering. Mit der Zufuhr von leichtlöslichen Nährstoffen, in der
Praxis häufig als Unterfluß-Reihendüngung mit NP-Düngern, kann der Mais in dieser
kritischen Phase unterstützt werden. Später kann der Mais auch auf die Bodennährstoffe
aus tieferen Schichten zurückgreifen. Die Gesamtnährstoffverwertung ist sehr gut. Mais
ist wegen seiner hohen Nährstoffverträglichkeit die Kultur, zu der bevorzugt hohe, zum
Teil oft zu hohe Güllegaben verabreicht werden. Als C4 -Pflanze kann der Mais sehr viel
Sonnenenergie binden, was zu einer hohen Nährstoffverwertung führt. Die Zeit der
höchsten Nährstoffentzüge ist etwa 10 - 15 Tage vor der Blüte bis 25 - 30 Tage nach
der Blüte. In dieser Zeit werden circa 70 - 80 % des gesamten Nährstoffbedarfs
aufgenommen. Während N und P auch noch bei der Kornabreife entzogen werden, ist die
Kaliaufnahme bis dahin abgeschlossen.
Stickstoff
N-Aufnahme:Zur Ermittlung des N Düngerbedarfs ist zu beachten.
- N aus organischer Düngung (Gülle, Stallmist, Klärschlamm)
- N Nachlieferung aus den Bodenvorräten
- Ertragsniveau
Für die mineralische N-Ergänzungsdüngung bei Verwendung von organischen Düngern
oder als komplette N-Versorgung eignen sich alle üblichen N-haltigen Dünger.
In der Regel erfolgt die gesamte N-Düngung vor der Saat.
Auf leichten Standorten, bei Gefahr größerer Auswachsverluste, ist jedoch eine
Teilung der N-Mengen angebracht.
Bei Aufbringung von N-haltigen Düngern nach dem Auflaufen des Maises ist wegen der
besseren Verträglichkeit eine Unterblattdüngung empfehlenswert. Keine Anwendung von AHL
im Nachauflauf übers Blatt.
Verwendung von N-Stabilisatoren (Didin) oder stabilisierter Dünger (Alzon, Basamon)
ist vor allem auf leichten Standorten sinnvoll.
Auswirkungen überhöhter N-Düngung:
- Reifeverzögerung, geringe TS-Gehalte, späte Mineralisierung
- Massenwachstum, weniger Qualität
- Höhere Nitratgehalte im Erntegut
- Verringerung der Standfestigkeit
- Auswachsverluste
Phosphat
Der hohe Phosphatbedarf vor allem zwischen der 4. bis 10. Wachstumswoche ist durch
entsprechende Düngung und ausreichender Menge sicherzustellen.
Das Phoshataneignungsvermögen durch noch nicht voll ausgebildetem Wurzelsystem ist
gering.
Auch durch zu hohen oder zu niedrigen pH-Wert ist die Phosphataufnahme erschwert.
Fehlende oder mangelhafte P-Aufnahme zeigt sich durch Violettfärbung der Blätter und
Stengel.
Ausreichende P-Versorgung in leichtlöslicher Form, am günstigsten vor der Saat als
Flächendüngung eingearbeitet, oder in Teilmengen als Unterfluß-Reihendüngung
ausgebracht ist für die Jugendentwicklung sehr wichtig.
Kali
Eine gute Kaliversorgung erhöht die Standfestigkeit und die Widerstandskraft gegen
Stängelfäule und ist wichtig für die Bildung von Zucker und Stärke. Kali ist Aktivator
für Stoffwechselprozesse in der Pflanze.
Kalidüngung wird in der Regel von der Aussaat als Flächendüngung durchgeführt.
Unterfluß-Reihendüngung mit Kali wegen möglicher Keimschäden unterlassen.
Bei Einsatz von organischen Düngern die unterschiedlichen Gehalte an Kali beachten.
Magnesium
Im Mais ist immer wieder Magnesiummangel feststellbar. Erkennbar an perlschnurartigen
gelblich weißen Streifen in den Blättern.
Magnesium wird vor allem auf durchlässsigen Böden stärker ausgewaschen.
Eine rechtzeitige Ernährungsdüngung mit MgO-haltigen Kalken, Kieserit, verhindern
Mangelerscheinungen.
Kalk
Kalk dient der Maispflanze nicht nur als Nährstoff, sondern übt zugleich einen
großen Einfluß auf die Eigenschaften des Bodens aus. Optimal mit Kalk versorgte Böden
trocknen im Frühjahr rascher ab, erwärmen sich schneller, haben eine gute Gare und
Krümelstruktur. Kalk verbessert den Luft- und Wasserhaushalt und erhöht den
Nährstoffaustausch. Durch diese Bodeneinflüsse wird der Mais im Aufgang und
Jugendentwicklung positiv beeinflußt. Bei einem pH-Wert von unter 5,5 beginnt der Mais
durch schlechte Nährstoffaufnahme zu leiden.
Die notwendige Kalkung kann im Rahmen der Fruchtfolge oder auch vor der Aussaat des
Maises erfolgen.
Verwendung von Kalken mit Magnesium kommt den Bedürfnissen der Maispflanze entgegen.
Spurenelemente
Von den Spurenelementen sind für den Mais sehr wichtig Zink und Mangan. Bei
Mangelerscheinungen sind Blattbehandlungen mit Mikronährstoffdüngern sinnvoll.
Nachlassende Schwefeleinträge über Niederschläge können dazu führen, daß unter
ungünstigen Bedingungen eine Schwefeldüngung erforderlich wird. Auf leichten Böden ist
die Gefahr der Auswaschung gegeben.
Blattdüngung
Bei vorübergehenden Nährstoffmangelerscheinungen, vor
allem bei P und N, bedingt durch kalte Witterung oder Strukturprobleme, können flüssige
Blattdünger, zum Beispiel 6 / 12 / 6 kurzfristig die Pflanzenernährung über das Blatt
unterstützen.
|