Freilandtests für GV-Weizen beantragt
AACHEN (Dow Jones)--Freisetzungsversuche mit gentechnisch verändertem (GV)-Weizen sind in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt geplant. Dabei soll ein neues Konzept gegen die Pilzkrankheit âEUR Weizenflugbrand' erprobt werden, teilt der Internetdienst transgen, Aachen, mit. Weizenflugbrand breitet sich über die Samen aus. Dem an der ETH Zürich entwickelten GV-Weizen wurde mittels Gentechnik ein Abwehrsystem gegen Brandpilz-Infektionen übertragen, das bereits in Mais wirkt. In Europa haben Brandpilze keine große Bedeutung. Hier wird Saatgut zum Schutz vor Pilzinfektionen meist mit chemischen Fungiziden gebeizt. Anders sieht es in vielen Entwicklungsländern aus: Dort können die Kleinbauern nicht jedes Jahr neues (teures) Saatgut kaufen. Stattdessen verwenden sie einen Teil ihrer Ernte für die Aussaat im kommenden Jahr. Damit fördern die Landwirte häufig ungewollt die Verbreitung von Pilzkrankheiten, wenn sich in dem Sa atgut infizierte Körner befinden. Nach Schätzungen des internationalen Getreideforschungszentrum verursachen Brandpilze weltweit Ernteausfälle zwischen 5% und 10%. Bereits 2004 fand in der Schweiz ein erster Freilandversuch mit dem Flugbrand-resistenten Weizen statt. Bei den ab 2008 geplanten Versuchen soll geklärt werden, wie sich der gv-Weizen unter natürlichen Umweltbedingen bei einer Infektion mit Brandpilzen verhält. Untersuchten will man auch mögliche Auswirkungen auf andere Pilze, etwa solche, die im Wurzelbereich der Pflanzen leben und deren Nährstoffversorgung verbessern. Die Anträge für den Freisetzungsversuch sind bereits beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Berlin, eingereicht. Der Versuch soll in den Jahren 2008 bis 2010 stattfinden. Eine Genehmigung dafür liegt noch nicht vor. DJG/jc/ste/7.2.2008 (08.02.2008)
Alle mit "Dow Jones" gekennzeichneten Beiträge: © Dow Jones & Co., Inc.
Diese Seite Drucken – Versenden – Bookmarken
© Copyright 2000 – 2010 raiffeisen.com GmbH & Co. KG












