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Schlachtrinderproduktion in der EU geht leicht zurück

LUXEMBURG. Die Produktion von Schlachtrindern einschließlich Kälbern wird in der Europäischen Union in diesem und im nächsten Jahr weiter sinken. Davon geht das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften (Eurostat) aus. Wie aus einer aktuellen Übersicht hervorgeht, wird die Bruttoeigenerzeugung an Rindern und Kälbern gemäß der Vorausschätzung der Luxemburger Statistiker 2010 im Vergleich zum vergangenen Jahr um 268 000 Stück oder 0,9 % auf 29,24 Millionen Tiere abnehmen. Dabei veranschlagt Eurostat das Minus gegenüber 2009 für das erste Halbjahr auf 0,6 % und für die zweite Jahreshälfte auf 1,2 %. Auch im Jahr 2011 soll die Produktion an Rindern gedrosselt werden, und zwar um voraussichtlich 0,7 % auf EU-weit insgesamt 29,02 Millionen Stück. Diese Vorhersage steht allerdings auf sehr tönernen Füßen, da für mehrere Mitgliedstaaten mangels nationaler Prognosen die gleiche Produktion wie für 2010 angenommen worden ist. Gerechnet wird mit einer Stabilisierung der Bruttoeigenerzeugung in der zweiten Jahreshälfte 2011. Im vergangenen Jahr sind in der EU-27 gemäß der Schätzung von Eurostat gut 29,50 Millionen Rinder einschließlich Kälber erzeugt worden; das waren 299 000 Tiere beziehungsweise 1,0 % weniger als 2008. Dabei verminderte sich das Aufkommen im ersten Halbjahr um 1,6 % auf 14,25 Millionen und in der zweiten Jahreshälfte um 0,5 % auf 15,26 Millionen Stück.

Zuletzt umfangreiches Schlachtkuhangebot in Deutschland
Im Einzelnen wird erwartet, dass die Bruttoeigenerzeugung an Rindern und Kälbern in Frankreich, dem größten Produzenten innerhalb der EU, um 1,3 % auf 6,20 Millionen Tiere steigt, wobei der relative Anstieg in beiden Halbjahren etwa gleich groß ausfallen soll. Im vorigen Jahr hatte das Aufkommen in Frankreich um 0,3 % zugenommen. In Deutschland fiel das Plus mit 0,8 % etwas höher aus; erzeugt wurden 2009 hierzulande gut 4,25 Millionen Rinder und Kälber, wobei gemessen am Vorjahr einem Minus von 1,0 % in den ersten sechs Monaten eine Angebotssteigerung um 2,5 % im zweiten Halbjahr gegenüberstand. Zurückzuführen ist dies den Eurostat-Zahlen zufolge auf ein in der zweiten Jahreshälfte deutlich größeres Angebot an Schlachtkühen - 42 000 Tiere oder gut 6 % mehr - und den kräftigen Rückgang der Ochsen- und Bullenschlachtungen im ersten Halbjahr. Für 2010 rechnen die Experten mit einer Abnahme der Schlachtrindererzeugung in Deutschland um 0,5 % auf rund 4,23 Millionen Tiere. Dabei wird für die ersten sechs Monate noch ein Anstieg um 1,4 % vorausgesagt, dem bezogen auf 2009 aber im zweiten Abschnitt eine Drosselung des Angebots um 2,2 % folgen soll.

Irische Mäster geben Gas
Mit einer kräftigen Einschränkung des Schlachtrinderangebots wird in Polen gerechnet; dort soll die Produktion im Jahresvergleich um mehr als 5 % auf 2,02 Millionen Tiere sinken. Allerdings soll sich die Erzeugung dort im zweiten Halbjahr stabilisieren. Auch für Großbritannien wird eine deutliche Verringerung der Schlachtzahlen prognostiziert, nämlich um fast 4 % auf 2,45 Millionen Rinder und Kälber. Im vorigen Jahr schränkten die britischen Mäster ihr Angebot bereits um 3,5 % ein. Für Italien und Spanien sagt Eurostat ein Produktionsminus von jeweils rund 2 % auf knapp 2,71 Millionen beziehungsweise etwa 2,09 Millionen Tiere in diesem Jahr voraus. Demgegenüber soll die Bruttoeigenerzeugung an Rindern und Kälbern im exportorientierten Irland um 2,4 % auf rund 1,92 Millionen Stück zulegen. Dort wuchs das Aufkommen 2009 entgegen dem negativen EU-Trend bereits um 3 %. Mit 7 % fiel das Plus in den Niederlanden vergangenes Jahr jedoch mit Abstand am größten aus; dort soll das Angebot an Schlachtrindern und -kälbern im laufenden Kalenderjahr aber um 0,5 % auf gut 1,32 Millionen Tiere abnehmen.

Etwas mehr Schlachtkälber erwartet
Die Großrinderproduktion wird in der EU im laufenden Jahr gemäß der Vorausschätzung der Luxemburger Statistiker um 330 000 Tiere oder 1,5 % auf 22,30 Millionen Stück sinken. Mit schätzungsweise 0,2 % soll dabei der Rückgang des Schlachtaufkommens im ersten Halbjahr deutlich schwächer ausfallen als in der zweiten Jahreshälfte mit 2,7 %. Die Angebotsdrosselung betrifft sowohl den Ochsen- und Bullen- als auch den Schlachtkuhmarkt. Die EU-Produktion von Ochsen und Bullen, die 2009 um fast 5 % zurückging, soll sich dieses Jahr um 196 000 Stück oder 1,8 % auf 10,32 Millionen Tiere verringern, wobei auch hier das Minus im zweiten Halbjahr zu Buche schlägt. Die diesjährige Schlachtkuherzeugung in der Gemeinschaft veranschlagt Eurostat auf knapp 7,71 Millionen Tiere, was gegenüber 2009 eine Verringerung um 130 000 beziehungsweise 1,7 % bedeuten würde. Hierbei soll sich der Rückgang gegenüber 2009 von 0,6 % in der ersten auf 2,6 % in der zweiten Jahreshälfte beschleunigen. An Färsen dürften den Schlachtunternehmen in der EU laut der Vorhersage aus Luxemburg nahezu unverändert zum Vorjahr etwa 4,32 Millionen Stück angeboten werden. Erneut leicht steigen soll die Schlachtkälberzeugung, und zwar um rund 62 000 oder 0,9 % auf 6,93 Millionen Tiere. AgE (12.03.2010)

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