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Neue Klarstellung zur Definition von GVO erforderlich

Für eine neue und präzisere Definition der gentechnisch veränderten Organismen (GVO) im Gentechnikgesetz haben sich Wissenschaftler und Juristen ausgesprochen. In der Beantwortung der Frage, ob dabei neue Verfahren wie das Genomediting unter die GVO-Regelung fallen sollten, sind sich die Experten jedoch weiterhin uneins. Bei der gestrigen Diskussionsveranstaltung der Wissenschaftsakademie Leopoldina in Berlin bekräftigte der Direktor am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen, Prof. Detlef Weigel, seine Auffassung, wonach Pflanzen, die sich vom Ergebnis natürlicher Kreuzungen nicht ohne weiteres unterscheiden lassen, auch nicht als gentechnisch verändert gelten dürfen. Dies müsse im Gentechnikgesetz eindeutiger als bisher zum Ausdruck kommen.

Auch für den Juristen Dr. Jens Kahrmann vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wäre so eine Einschätzung konsequent, da Mutationen jederzeit natürlich entstehen könnten und die ungezielte Erzeugung von Mutationen seit Jahrzehnten in der Pflanzenzucht zulassungsfrei praktiziert werde.

Berufskollege Prof. Tade Matthias Spranger von der Universität Spanger wandte indes ein, dass das Gentechnikgesetzt zu einer Zeit geschaffen worden sei, wo an Genomeditierung noch nicht zu denken gewesen sei. Vom Gesetzgeber benannte „sichere Verfahren“ seien daher lediglich die damals bekannte konventionelle Mutagenese gewesen, das heiße die Behandlung mit Strahlung oder Chemikalien. Neue Verfahrung unterlägen damit selbstverständlich einer Genehmigungspflicht. Bevor man die Vorschriften ändere, sei aber zunächst eine Diskussion darüber unter Naturwissenschaftlern, Züchtern, Unternehmen und in der Politik notwendig. Erst dann seien die Juristen gefordert.

Einen ganzheitlicheren Ansatz mahnte derweil der Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) Prof. Urs Niggli an. Die auf die beschleunigte Mutation setzenden neuen Züchtungstechniken weisen nach seiner Einschätzung ein vielversprechendes Potential auf, um die Vielfalt auch im konventionellen Landbau zu erhöhen. Es werde schließlich mit Mutationen gearbeitet, die auch durch natürliche Brüche in der DNA entstünden. Niggli warnte aber vor einer einseitigen Fokussierung auf die Züchtung. Die gute fachliche Praxis und die Einbindung in vielfältige Anbausystem dürften darüber nicht vernachlässigt werden. AgE (16.02.2017)

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