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Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel weiht Biogasanlage ein

(BFL.) Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel persönlich weihte am vergangenen Freitag die neue Biogasanlage in Bergen auf Rügen ein. Der norddeutsche Biogasspezialist MT-ENERGIE GmbH & Co. KG hat die Anlage im Auftrag der C4 Energie AG errichtet.

„Eine solche Anlage leistet dezentral gute Dienste in der Energieversorgung“, lobte Dr. Merkel das Projekt. Sie bekräftigte das von der Bundesregierung formulierte Ziel, den Anteil der regenerativen Energien an der Energieversorgung bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent zu erhöhen. Dabei sei ihr durchaus bewusst, dass es in der Bevölkerung Vorurteile gegen die energetische Nutzung von Biomasse gebe. Es sei aber das Ziel, den Konflikt mit dem Lebensmittelbereich zu vermeiden.

Die Bundeskanzlerin betonte die wichtige Bedeutung der regenerativen Energien, um sich in der Energieversorgung ein Stück Unabhängigkeit zu verschaffen: „Es ist ein gefährlicher Weg, wenn wir die Energie ausschließlich im Ausland einkaufen. Deshalb tun wir gut daran, uns auf unsere eigenen Stärken zu besinnen.“ Vor diesem Hintergrund forderte Dr. Merkel mehr Toleranz der Bürger: „Man kann nicht einerseits günstige Strompreise verlangen, sich aber andererseits beklagen, wenn Strommasten, Windkraft- oder Biogasanlagen in der Nähe errichtet werden.“

Rund 4,8 Millionen Kubikmeter Biogas wird die Anlage in Bergen künftig jährlich erzeugen. Zwei Blockheizkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 1,25 MW verstromen das Gas elektrisch. Das Biogas ersetzt dabei den Heizwert von jährlich gut zwei Millionen Litern Heizöl und vermeidet über 5.000 Tonnen klimaschädliches CO2. Die Anlage zeichnet sich zudem durch ein intelligentes Wärmekonzept aus. Mittels einer etwa 1.700 m langen Mikro-Gas- und Nahwärmeleitung versorgt sie über 2.000 Haushalte mit umweltfreundlicher und zugleich kostengünstiger Wärme. Aber nicht nur die Bergener Einwohner, auch die lokalen Landwirte profitieren von dem Projekt: Im Rahmen von langfristigen Verträgen werden sie die Belieferung mit nachwachsenden Rohstoffen sicherstellen. Durch die Errichtung des Mikro-Gasnetzes und die Erweiterung eines bestehenden Nahwärmenetzes wurden mit diesem Projekt bereits heute die von der Bundesregierung Ende 2007 verabschiedeten „Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbaren Energien im Wärmemarkt“ umgesetzt. Darüber hinaus ist der Anlagenbetreiber C4 Energie AG in die Bewerbung des Landkreises Rügen für das bundesweite Programm „BioEnergie 2021 – Forschung für die Nutzung von Biomasse“ eingebunden. (20.06.2008)

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