Meyer drängt auf grundlegende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik

Seine Forderung nach einer grundlegenden Änderung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 hat Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer bekräftigt. „Wir brauchen eine fundamentale Neuausrichtung und eine Abkehr von der reinen Flächenförderung“, erklärte der Grünen-Politiker im Vorfeld der Agrarministerkonferenz (AMK).

Meyer zufolge muss das Zwei-Säulen-Modell „schleunigst modernisiert“ werden. Das jetzige System sei „extrem ungerecht und fördert das Höfesterben“. Die große Mehrheit der kleinen und mittleren Betriebe werde benachteiligt. Der Minister warnte vor einer immer stärkeren Industrialisierung der Landwirtschaft durch Investoren als Folge der derzeitigen EU-Agrarförderung.

Als Eckpunkte für die Weiterentwicklung der GAP sieht Meyer neben der Unterstützung kleiner und mittlerer landwirtschaftlicher Betriebe insbesondere die zukünftige Orientierung der Agrarbeihilfen „an Qualität statt an Quantität“. Der Minister schlägt ein „rechtssicheres Punktesystem“ vor, auf dessen Grundlage die Landwirte Geld aus Brüssel erhalten sollten, „die sich für mehr Tierwohl, für Artenvielfalt sowie für Umwelt- und Klimaschutz einsetzen“.

Der AMK-Vorsitzende sprach sich erneut strikt gegen eine weitere Zulassung von Glyphosat aus. Bestätigt sieht er sich in seiner Position nicht nur von Frankreich, sondern auch von Italien. Hierzu erhofft sich Meyer ebenso einen eindeutigen Beschluss wie zum Ausstieg aus der Kastenstandhaltung von Sauen im Deckzentrum. Der Minister zeigte sich zugleich optimistisch, dass Bund und Länder zu einer Einigung kommen werden. „Die Bauern brauchen bundesweit einheitliche Vorgaben“, betonte Meyer. AgE