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Firmenportrait Westfälische Kornverkaufsgenossenschaft eG Soest
Politische und gesellschaftliche Veränderungen , wie auch die einsetzende Industrialisierung wirkten sich Ende des 18. Jahrhunderts nicht zuletzt auch auf die Agrargesellschaft aus. Die soziale Stellung der Bevölkerung im ländlichen Raum wurde mit wachsender Abhängigkeit vom Kapital zunehmend geringer, während die Stellung der bürgerlichen Schichten hierdurch weiter vorangebracht wurde. Auch schon zu dieser Zeit waren die Preise für Agrarprodukte erheblichen Schwankungen ausgesetzt. Zu dieser Zeit versuchte der damalige Reichskanzler Otto von Bismarck die politischen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sich die Agrarpreise über Weltmarktniveau halten. Aber auch die heimischen Bauern versuchten durch eine horizontale Zusammenarbeit ihre Lage zu verbessern. Die Idee Friedrich - Wilhelm Raiffeisens, "Einer für Alle, Alle für Einen" wurde hierbei aufgegriffen. Durch Bündelungen bei der Vermarktung ihrer Produkte könnten den heimischen Bauern bessere Absatzmöglichkeiten eröffnet werden. Durch Kostendegressionen bei einem gemeinsamen Einkauf der Betriebsmittel könnten weitere Einsparmaßnahmen erfolgen. Als Vorbild dienten Kreditgenossenschaft welche mit dem gleichen Prinzip, der Bündelung von Geschäftstätigkeiten, schon seit 1850 erfolgreich wirtschafteten. Örtliche Führungspersönlichkeiten wirkten im Vorstand, gaben eine Vertrauensbasis oder stellten mit ihrem Vermögen die Haftungssumme. Neben der genossenschaftlichen Kreditversorgung wurde die Vermarktung und der Bezug von Waren zunehmend bedeutsamer. Um jedoch Waren zu freien Marktpreisen international handeln zu können mussten die Erzeugerpreise wesentlich gesenkt werden, Läger geschaffen werden, die den sich stetig wachsenden industriellen Anforderungen entsprachen. Im Dezember 1897 wurde, nicht zuletzt aus den genannten Gründen, die Westfälische Kornverkaufsgenossenschaft (kurz WEKO) in Soest gegründet. Am 4.12.1897 wurden die Statuten der Genossenschaft veröffentlicht und am 7.12.1897 fand die Gründungsversammlung statt. Unter 61 Teilnehmern waren 58 Landwirte. Die Herren Lange - Windhof, von Köppen jr. zu Soest und Gutbesitzer Finger wurden in den Vorstand gewählt. Ebenso wurden die Mitglieder des Aufsichtsrates gewählt. Am 1. Juli 1898 waren 198 Landwirte Mitglied der Genossenschaft und der Geschäftsbetrieb wurde aufgenommen. In diesem Jahr begann der Bau des Kornhauses mit einer Kapazität von 2.500 to als Sacklager am Osthofentor in Soest. Erster Geschäftsführer wurde Hermann Heisterkamp aus Trier, der in dieser Funktion bis zum 30. Juni 1936 Verantwortung trug. Der Getreidehandel in der Soester Börde, der "Kornkammer Westfalens", war der erste Geschäftsbereich, der Handel mit Dünge- und Futtermitteln, Sämereien und Brennstoffen kam 1903 dazu. Die erste Außenstelle in Erwitte vergrößerte den Aktionsradius des Kornhauses. Hier wurde eine Lagerhalle von Casper Büker gepachtet. Das 1908 in Ostönnen eröffnete Lager war nur bis zum 1. Weltkrieg (1915) in Betrieb. Nachdem 1910 die Lagerhalle in Erwitte im Wert von 1.800 Mark gekauft war, wurde 1912 in der Nähe der Bahngleise das erste eigene Lager, die heutige Saatgutaufbereitung errichtet. Zu dieser Zeit begann die Entwicklung der chemischen Düngemittelindustrie. Die folgenden Jahre waren durch den 1. Weltkrieg und Inflation gekennzeichnet. Aber auch die ersten Beizmittel, wie Kupfersulfat und Quecksilbermittel wurden in dieser Zeit entwickelt. Die "Allgemeine Technisierung" ermöglichte den Einsatz von Düngerstreuern, Mähmaschinen und Drillmaschinen. 1924 begann die genossenschaftliche Viehverwertung. Der 2. Weltkrieg hinterließ auch beim Kornhaus Soest seine Spuren . Die Luftangriffe vom 5.12.1944 und 10.03.1945 zerstörten das Gebäude des Kornhauses am Osthofentor völlig. Die Nachkriegsjahre 1945 - 47 bedeuteten den Wiederaufbau des Kornhauses Soest. In den Jahren 1945 - 47 stellte das Unternehmen Heinert dem Kornhaus Soest eine Lagerhalle am Elfser Weg in Soest zur Verfügung. 1946 bezog die Verwaltung eine Bürobaracke auf dem Gelände in Soest, um dem Geschäftsbetrieb wieder provisorisch aufzunehmen. Die Zweigstelle in Erwitte blieb von Zerstörungen größtenteils verschont und konnte unmittelbar nach Kriegsende den Betrieb wieder aufnehmen. 1946 ist auch das Jahr der Markteinführung eines der ersten industriellen Pflanzenschutzmitteln "U 46". In Erwitte wurde 1948 eine Saatreinigung- und Beizmaschine angeschafft, sowie 1955 die erste Trocknungsanlage mit Getreidereinigung. Wichtiges Transportmittel für Getreide, Dünger und Vieh war die Bahn. Jedoch den zunehmenden Anforderungen an Flexibilität, Mobilität und Schlagkraft wurde 1950 durch zwei Magirus 3,5 to LKW entsprochen. Dem fortlaufendem technischen Fortschritt in der Landwirtschaft musste auch von der WEKO Soest gefolgt. Durch die Einführung der ersten Mähdrescher Anfang der 50iger Jahre wurde es für das Kornhaus Soest notwendig, eine Annahme für loses Getreide zu errichten. Die Erste entstand 1950 und eine zweite folgte 1959. 1950 wurde in Ostönnen ein Lager eröffnet , welches 1959 endgültig in den Besitz des Kornhauses überging. Mit der Bäuerlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft Anröchte kam es 1961/62 zur Verschmelzung. Die Gebäude wurden für 20 Jahre gepachtet. Nachdem 1962 erneut das Lager der Firma Heinert für 12 Jahre gepachtet wurde, entstand in Ostönnen eine neue Siloanlage mit einer Lagerkapazität von 400 to, die zur Ernte 1966 in Betrieb genommen wurde. Unter Direktor Karl Gärtner wurde in diesem Jahr in Soest ein neues Mahl- und Mischwerk , die WEKO Mühle, angeschafft. Ein Jahr später wurde das neue Direktorenhaus erbaut. Am 11. August 1969 verursachte ein Großbrand im Lager Heinert in Soest schwerste Schäden. In der Folge entstand ein neues Getreidesilo auf dem Betriebsgelände in Soest. Zur Ernte 1971 wurde der neue Silobau mit einer Kapazität von 1500 to in Betrieb genommen. Somit war die bis dahin größte Investition im Umfang von 1,1 Millionen DM fertiggestellt. Das die damalige Geschäftsführung unter der Leitung von Karl Gärtner Weitsicht bewies, sieht man auch deutlich an der Entscheidung, dass nur 1 Jahr später das Lager in Echtrop von Clemens Plesser gekauft wurde. Im gleichen Jahr wurden zwei weitere Lagerhallen in Echtrop errichtet. 1972 entstand ein Raiffeisenmarkt "Westmarkt" für Haus-, Tier- und Gartenartikel auf ca. 100 m2. Aufgrund der Anfang der 70iger Jahre aufkommenden "Losen Düngerkette" über Lohnunternehmer, entstand 1975 in Ostönnen eine neue Lagerhalle für lose Waren. Die bedeutsamere Anschaffung in diesem Jahr war jedoch der Erwerb des Trockenwerks mit der Lagerhalle in Erwitte. 5 Jahre später wurde in Soest eine neue Lagerhalle für lose Ware, direkt neben den Bahngleisen errichtet. Im Folgejahr funktionierte man die 1970 in Soest errichtete Tankstelle zum Bürogebäude um. In den 80iger Jahren setzten sich auch in der Soester Börde der Anbau von Raps und Mais durch. Auch wurden verstärkt Triticale und Hybridroggen angebaut, so dass entsprechend der zunehmenden Getreidesorten mehrere verschiedene Lagerräume zur Verfügung stehen musste. Neuzüchtungen und verbesserte Pflanzenschutzmittel ermöglichten den Landwirten Ertragszuwächse von bis zu 50 %. In der Folge wurden die Lagerkapazitäten durch Umbau der alten Bahn - Viehverladung zur LKW - Viehverladung und Neubau der Lagerhallen an den Bahngleisen erweitert. 1985 wurde entschieden, eine Rundsiloanlage mit zwei Rundsilos in Ostönnen zu bauen. Da so auf ganz kleiner Fläche mehr Getreide lagern konnte, wurden auch in Soest zwei Rundsilos mit einem Fassungsvolumen von bis zu 1.000 to je Silo errichtet. 1987 wurde mit der Modernisierung des Lagers in Echtrop begonnen. Es entstanden eine neue Getreideannahme, vier Rundsilos und eine Flüssigdüngeranlage. In Erwitte wurde 1989 ein neues Bürogebäude mit Lagerhalle errichtet. Die bisherigen Investitionen waren auf das Warengeschäft, wie Getreide, Futter- und Düngemitteln ausgerichtet. Die Verringerung der Rohertragsspanne in diesem Bereich erforderten die Suche nach neuen Geschäftsbereichen für die Genossenschaft. Da die Kraftfutterwerke günstiger, in größerer Vielfalt und Qualität produzierten, wurde der Betrieb der WEKO - Soest Mühle 1990 eingestellt. 1994 entschied der Vorstand unter der Leitung von Herrn Helmut Windhüfel entgegen allen Marktanalysen einen "Raiffeisenmarkt" zu bauen. Die Richtigkeit dieser Entscheidung, die der Geschäftsführer Walter Schencking trug, bestätigte sich durch die Erweiterung des Marktes auf 800 m2, nur ein Jahr später. In Erwitte entstand 1995 ein weiterer "Raiffeisenmarkt".
| 1999 |
Fusion mit der Genossenschaft Mellrich - Drewer |
| 2002 |
Übernahme der Geschäftstätigkeiten des Kornhauses Lippstadt mit seinen Aussenstellen in: Altenrüthen, Bad Westernkotten, Geseke, Horn, Lippstadt, Verlar |
| 2003 |
Fusion mit der Genossenschaft Brilon |
| 2005 |
Erwerb sämtlicher Aussenstellen des Kornhauses Lippstadt von der RCG Kornhaus GmbH |
Dienstleistungen
Die Westfälische Kornverkaufsgenossenschaft e.G. Soest - in Kurzform "Kornhaus Soest" oder auch "Weko Soest" genannt - ist nicht nur ein starker und kompetenter Marktpartner der heimischen Landwirtschaft, sondern bietet auch der Bevölkerung im ländlichen Raum durch die Raiffeisenmärkte ein umfangreiches Verkaufsprogramm für die Haus- und Gartenpflege, sowie Tiernahrung, Reitsportartikel, Arbeits- und Freizeitbekleidung, Blumen und Pflanzen an.
Ein weiteres Standbein sind unsere modernen Raiffeisen-Tankstellen, an denen alle Kraftstoffe, besonders aber auch Bio-Diesel aus Rapsöl angeboten werden.
Auch Autogas ist verfügbar.
Zahlen, Daten, Fakten:
Auszug aus unserem Geschäftsbericht
Umsatzentwicklung:
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2005 |
2006 |
2007 |
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to |
TEUR |
to |
TEUR |
to |
TEUR |
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| Düngemittel |
36.849 |
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48.097 |
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31.564 |
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| Futtermittel |
35.633 |
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38.502 |
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43.114 |
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| landw. Erzeugnisse |
115.424 |
|
113.193 |
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106.473 |
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| Warenumsatz |
199.208 |
50.570 |
211.446 |
54.614 |
184.954 |
54.190 |
| Raufutter: |
8.467 |
|
7.888 |
|
7.694 |
|
| Viehgeschäft |
49.798 |
|
ohne |
|
ohne |
|
| Mineralöl: |
ohne |
|
ohne |
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5.578 |
|
| Tankstellen: |
|
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7.273 |
|
8.972 |
|
| insgesamt |
257.473 |
56.874 |
219.334 |
55.249 |
207.198 |
68.364 | |
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