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Eindrücke eines Praktikers: Weizenanbau in Ostfriesland – Trockenheit im Frühjahr

Heute gibt euch Landwirt Tamme Dirks ein paar Eindrücke in seinen Betrieb in Ostfriesland und zeigt, wie man bei der Stickstoffdüngung der Frühsommertrockenheit ein Schnippchen schlagen kann. „Durch das Leben mit der Natur ist Landwirt der Beruf, der am meisten vom Klimawandel betroffen ist. Die landwirtschaftliche Produktion muss an extreme Witterungsbedingungen angepasst werden, so auch die Düngung“, meint Tamme Dirks.

Im Winterweizen hatten wir in den letzten Jahren und voraussichtlich haben wir auch in diesem Jahr das Problem, dass wir mit einer Trockenperiode im Frühjahr zu kämpfen haben. In konventionell gedüngten Beständen (3 Stickstoffgaben) wird die zweite Stickstoffgabe auf den staubtrockenen Boden appliziert und kann dort kaum bis gar nicht wirken. Auch wenn sich das Düngerkorn über die Taubildung in der Nacht bzw. am Morgen auflöst, die Nährstoffe gelangen nur einige Zentimeter in den Boden. In diesen Bodenschichten befindet sich aber kaum pflanzenverfügbares Bodenwasser und damit kaum aktive Wurzeln, die Nährstoffe aufnehmen könnten.

Die Wurzeln befinden sich in tieferen Bodenschichten, da sie dem Bodenwasser hinterherwachsen. Um die Pflanzen dennoch bedarfsgerecht zu ernähren bietet sich eine stabilisierte Stickstoffdüngung an. Hierbei werden Stickstoffgaben zusammengefasst und der Kultur schon zeitig in der Vegetationsperiode zugeführt. Hier kann der Dünger die Restfeuchte aus dem Winter ausnutzen und dringt in die durchwurzelten Bodenschichten ein. Weiterer Vorteil, mindestens eine Überfahrt wird eingespart.

Über ein im Düngemittel enthaltendem Nitrifikationsinhibitor wird die Umwandlung vom Ammoniumstickstoff in das leicht verlagerbare Nitrat entschleunigt. Die Folge: Ammonium wird in den Bodenschichten, wo sich auch die Pflanzenwurzeln befinden an Tonmineralien gespeichert. Hat die Pflanze jetzt einen Nährstoffbedarf, so kann sie den gespeicherten Ammoniumstickstoff aufnehmen. Dabei ist anzumerken, dass die Pflanze Ammonium nicht passiv aufnimmt, sondern aktiv zum Ammonium hinwächst. Großer Vorteil hierbei ist, dass die Pflanze nur so viel Stickstoff aufnimmt, wie sie wirklich für die maximale Ertragsausbildung benötigt. Die Pflanze gelangt nicht in einen Luxuskonsum, der Stickstoff wird effizient genutzt. Ein großes Plus für die Umwelt.

Außerdem kommt es durch die Abgabe eines Protons zu einer leichten Ansäuerung der Rhizosphäre. Diese reicht aus, dass Phosphat und auch Mikronährstoffe im Boden besser verfügbar sind. „In den letzten Jahren waren wir immer im Vorteil, wenn wir schon frühzeitig Stickstoff appliziert haben“, sagt Tamme Dirks.

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