Wir verwenden Cookies, um eine individuelle Nutzung dieser Webseite zu erlauben und Werbung auf Webseiten von raiffeisen.com und Dritten anzuzeigen. OK Mehr erfahren

BfR-Präsident zu Aflatoxin in Futtermitteln: „Das ist kein Skandal“

Weitersagen: Facebook Twitter Mail
 
Mit Blick auf verschiedene Medienberichte zur Belastung von Futtermitteln mit dem Schimmelpilzgift Aflatoxin hat der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Prof. Andreas Hensel, zur Besonnenheit gemahnt. „Das, was wir derzeit erleben, ist kein Skandal. Noch nicht einmal ein Krisenfall, sondern ein Routinefall“, stellte Hensel in einem Gespräch mit der Westdeutschen Zeitung (WZ) fest. Das Ausmaß des Vorfalls relativiere sich, wenn bedacht werde, dass in Deutschland jeden Tag Millionen von Tieren mit Futtermitteln gefüttert würden, die zu Hunderttausenden Tonnen importiert würden. Der Verbraucher könne erst einmal weiter Milch trinken und müsse auch nicht auf andere Produkte verzichten, so Hensel.
Der BfR-Präsident wies darauf hin, dass Schimmelgifte auf Getreide normal seien. Das liege an Lagerungs- oder klimatischen Bedingungen. „Wir wissen, dass gerade die Wachstumsbedingungen von Mais auf dem Balkan schlecht gewesen sind. Dort ist die Pilzkonzentration noch höher als die jetzt bei uns festgestellten Werte. Ich will auch klar sagen: Höchstgehalte legen grundsätzlich fest, ob die Ware handelbar ist oder nicht“, erläuterte Hensel. Bisher sei nur eine einzige geringfügige Überschreitung der Gehalte in der Rohmilch festgestellt worden. Der Bürger sollte sich zudem klarmachen, dass die Welt voll sei von Mikroorganismen. Daher gebe es keine keimfreie Nahrung. Entscheidend sei, in welcher Konzentration die Gifte auftreten würden.
Der Agrarsprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Friedrich Ostendorff, warf Hensel indes eine „unverantwortliche“ Verharmlosung des aktuellen „Futtermittelskandals“ vor. Es sei befremdlich, wenn der Präsident einer Bundesbehörde es normal finde, wenn durch die Schlamperei von Futtermittelkonzernen 10 000 t an hochgradig krebserregender Futtermittel in Umlauf kämen und erst gestoppt würden, nachdem die Toxinbelastung bereits in der Milch nachweisbar geworden sei. „Wir erwarten von einem Bundesinstitut für Risikobewertung, dass es sich nicht um die Verharmlosung, sondern um die Vermeidung derartiger Risiken kümmert“, so der Grünen-Politiker. Dazu gehöre die konsequente Bewertung der hohen Risiken, die mit dem weltweiten Futtermittelgeschäft verbunden seien. AgE (05.03.2013)
Weitersagen: Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

Getreide auf dem Hof
Dinkel kommt...
23.07.2019 — Dinkel ist ein Getreide, dass sehr nahe mit dem Weizen verwandt ist. Wie das Einkorn und die Gerste besitzt auch er eine Schutzhülle um das Korn, den sogenannten "Spelz". Ursprünglich stammt der Dinkel vermutlich aus Westgeorgien. Dort fand man in den Tälern des Ararat-Gebirges die ältesten Dinkelkörner.
Waldschäden
Otte-Kinast verdreifacht Mittel für Schutzmaßnahmen
23.07.2019 — In Niedersachsen stehen den privaten und kommunalen Waldbesitzern künftig höhere Fördermittel für den Waldschutz zur Verfügung. Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hat heute eine Verdreifachung der vorgesehenen Gelder auf 3,8 Mio Euro bekanntgegeben.
Helfer im Haushalt
Saugroboter: Nützliche Putzfee oder nicht zu gebrauchen?
22.07.2019 — Das bisschen Haushalt... besonders in Arbeitsspitzen wie zur Erntezeit macht sich dieser nun mal nicht von allein. Neue Technikspielereien wie ein Saugroboter bieten eine echte Alternative. Aber lohnt sich die Anschaffung wirklich?
Börse
Tagesaktuell über die Terminmärkte informiert
Wie entwickeln sich die Preise? Wann soll ich verkaufen? Verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuellen Börsenkurse. Um höchstmögliche Erlöse zu erzielen, wird es immer wichtiger, den richtigen Zeitpunkt zum Verkauf des Getreides zu nutzen. Das Preisniveau wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen Informationen über das Wetter und damit auch das voraussichtliche Angebot, Zahlen über Lagerbestände oder auch die Nachfrage wichtiger Abnahmeländer. Wir informieren Sie tagesaktuell über die Entwicklung der Terminmärkte.
Pflanzenschutz
EU-Staaten stimmen für einheitliche Grundsätze zum Bienenschutz
21.07.2019 — Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (SCoPAFF) mit qualifizierter Mehrheit für einheitliche Grundsätze bei der Bewertung der Risiken von Pflanzenschutzmitteln für Bienen ausgesprochen.

xs

sm

md

lg

xl