Wir verwenden Cookies, um eine individuelle Nutzung dieser Webseite zu erlauben und Werbung auf Webseiten von raiffeisen.com und Dritten anzuzeigen. OK Mehr erfahren

Bauern und Naturschützer gemeinsam für mehr Artenschutz in der Landwirtschaft

Weitersagen: Facebook Twitter Mail
 
Copyright:
Copyright:
Praxistaugliche Wege zu einer größeren biologischen Vielfalt in der modernen Agrarlandschaft sind das Ziel eines gemeinsamen Forschungsprojekts der Michael-Otto-Stiftung für Umweltschutz und des Deutschen Bauernverbandes (DBV), für das Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks jetzt den Startschuss gegeben haben. Wie Schmidt heute in Berlin bei der Vorstellung des Vorhabens mit dem Titel „Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft“ (F.R.A.N.Z.) feststellte, ist die Land- und Forstwirtschaft wie kaum eine andere Branche auf eine intakte Umwelt angewiesen. Trotz vielfältiger Maßnahmen, wie etwa im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), sei der Rückgang der Artenvielfalt bislang aber nicht gestoppt worden.
Das Projekt F.R.A.N.Z. soll nun nach Darstellung des Ministers Ansätze liefern, wie sich der Naturschutz und die intensive Landwirtschaft vereinbaren lassen, ohne dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Agrarwirtschaft darunter leidet. Er erwartet zudem Impulse für eine Neuausrichtung der Agrarpolitik. Die im Zuge des Projekts gewonnenen Erkenntnisse könnten beispielsweise auch in die aktuell laufende Debatte um die Vereinfachung des Greening einfließen, erläuterte Schmidt.
Ein stärkerer Fokus der Landwirtschaft auf Naturschutz liegt nach den Worten von Hendricks im ursächlichen Interesse der Bauern. Nach ihren Worten müssen die öffentlichen Gelder der GAP in Zukunft enger an den gesellschaftlichen Anforderungen ausgerichtet werden. Ansonsten drohe mit dem Verlust der gesellschaftlichen Zustimmung auch die Umschichtung dieser Gelder.
In diesem Zusammenhang betonte der Vorsitzende des Kuratoriums der Michael-Otto-Stiftung, Dr. Michael Otto, die Bedeutung effizienter Naturschutzmaßnahmen, die auch in intensiv bewirtschafteten Agrarräumen realisierbar sind. Die Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz ist dabei nach seiner Überzeugung essentiell.
Auch nach Einschätzung von DBV-Präsident Joachim Rukwied kann die Förderung der biologischen Vielfalt nur gelingen, wenn die Landwirte als Partner eingebunden werden. Er betonte die Bereitschaft der Landwirte zu Veränderungen und sieht den Berufsstand bei dem Projekt auf Augenhöhe mit dem Naturschutz. Rukwied erwartet deshalb, dass die Zusammenarbeit mit den Akteuren im Naturschutz intensiviert wird. Maßnahmen für eine Förderung der Artenvielfalt müssten allerdings immer auch praxistauglich sein und die Rentabilität der Betriebe im Blick behalten.
Das Projekt F.R.A.N.Z. setzt hier an und entwickelt und erprobt nach Darstellung der Otto-Stiftung praxistaugliche sowie wirtschaftlich tragfähige Maßnahmen. Im Mittelpunkt des Vorhabens stehen zehn bundesweit verteilte Demonstrationsbetriebe, die zielgerichtete Maßnahmen zum Erhalt und zur Steigerung der Biodiversität umsetzen. Bereits vorhandenes, theoretisches Wissen soll im Rahmen des Verbundprojekts zusammen mit den Landwirten erprobt und den Betriebsstrukturen angepasst werden. AgE (10.01.2017)
Weitersagen: Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

Arbeitsmarkt
Weniger Erwerbstätige in der Landwirtschaft
21.08.2019 — Während in Deutschland die Zahl der Beschäftigten insgesamt weiter steigt, ist sie in der Landwirtschaft gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mitteilte, waren im zweiten Quartal 2019 im Wirtschaftsbereich Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei insgesamt 639 000 Erwerbstätige beschäftigt;
Düngeverordnung
Bundesregierung plant weitere Verschärfungen
21.08.2019 — Mit verlängerten Sperrfirsten für Festmist und Kompost sowie für die Düngung auf Grünland in nitratbelasteten Gebieten und überdies mit zusätzlichen Vorgaben für die Düngung von Hangflächen will die Bundesregierung im Wesentlichen auf das von der Europäischen Kommission eingeleitete Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wegen Nichteinhaltung der EU-Nitratrichtlinie reagieren.
Gesetzentwurf
Umweltministerium soll "Vetorecht" beim Tierwohlkennzeichen bekommen
19.08.2019 — Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner treibt ihre Pläne für ein freiwilliges Tierwohllabel voran und hat einen Gesetzentwurf "zur Einführung und Verwendung eines Tierwohlkennzeichens" vorgelegt, der nach Ressortabstimmung bald ins Kabinett eingebracht werden soll.
Versicherungen
Ertragsschadenversicherung (EVT)
Der Schutz vor finanziellen Einbußen bei größeren Tierbeständen. Fälle wie die Afrikanische Schweinepest machen deutlich: Seuchenprophylaxe auf dem eigenen Hof ist wichtig. Wie schnell sind Sie jedoch indirekt von einer Seuche betroffen und z. B. mit einem Vermarktungsverbot belegt! Dann übernimmt eine Ertragsschadenversicherung den finanziellen Ausfall.
Agrarhandel
EU exportiert mehr Milchprodukte
18.08.2019 — Die Ausfuhren von Milcherzeugnissen aus der Europäischen Union sind im ersten Halbjahr 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum meist gestiegen.

xs

sm

md

lg

xl