Wir verwenden Cookies, um eine individuelle Nutzung dieser Webseite zu erlauben und Werbung auf Webseiten von raiffeisen.com und Dritten anzuzeigen. OK Mehr erfahren

Hamm enttäuscht von Plänen für staatliches Tierwohllabel

Weitersagen: Facebook Twitter Mail
 
Deutliche Kritik am vorgesehenen ein staatlichen Tierwohllabel übt der Fachgebietsleiter Agrar- und Lebensmittelmarketing der Universität Kassel, Prof. Ulrich Hamm. Aus seiner Sicht seien die bislang bekannt gewordenen Pläne des Bundeslandwirtschaftsministeriums eine „einzige Enttäuschung“, sagte Hamm gegenüber AGRA-EUROPE.
Nach seinen Erkenntnissen wollen die Verbraucher eine einfach nachzuvollziehende Kennzeichnung und echte Fortschritte in der Tierhaltung. Mit etwas mehr Platz für die Tiere und Spielzeug in Ställen mit Vollspaltenböden sei dem Verbraucheranliegen aber nicht gedient. Hamm prognostiziert einen weiteren starken Anstieg der Zahl von Vegetariern und Veganern, sollte die Fleischbranche die eindeutigen Verbraucherwünsche nicht ernst nehmen. Ein Tierwohllabel müsse auch den kritischen Verbrauchern echte Alternativen anbieten.
Hamm betrachtet die verpflichtende 0-1-2-3 Kennzeichnung bei Eiern als ein Erfolgsrezept auch für Fleisch. Bei Eiern hätten die Verbraucher ganz schnell mit ihren Einkäufen und dem Geldbeutel abgestimmt. Eier aus der Freiland- und aus der Ökohaltung hätten zusammen ihren Marktanteil in einem Jahrzehnt nach Einführung der Kennzeichnung von 10 % auf 25 % erhöht. Ähnliches wäre dem Wissenschaftler zufolge auch bei Milch und Fleisch aus Haltungen mit Strohaufstallung oder aus Freilandhaltung möglich. Das sei das, „was viele Verbraucher nicht nur in Befragungen als wünschenswert angeben, sondern auch das, wofür sie deutliche Aufpreise zahlen“. AgE (14.02.2017)

Das könnte Sie auch interessieren

Tierseuchenvorsorge
Neue Gesellschaft soll bei ASP-Ausbruch kompetente Unterstützung leisten
Um bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Nordrhein-Westfalen den Erreger der Tierseuche in den heimischen Wildtierbeständen wirksam bekämpfen zu können, hat der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) diese Woche gemeinsam mit anderen Verbänden und Unternehmen die Wildtierseuchenvorsorgegesellschaft (WSVG) gegründet.
Milchpulver
Interventionsbestände an Milchpulver nahezu ausverkauft
Die erste Versteigerung von Magermilchpulver aus den Interventionsbeständen der Europäischen Union in diesem Jahr hat einen unerwartet rasanten Abverkauf zum Ergebnis gehabt. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) gestern berichtete, wurden bei der Auktion am Dienstag 80 424 t Magermilchpulver zu einem Preis von wenigsten 1 554 Euro/t veräußert
Neue Düngeverordnung
Neues Düngerecht zeigt Auswirkungen auf Betriebe und Strukturen
Die im Juni 2017 in Kraft getretene neue Düngeverordnung zeigt deutliche Auswirkungen. „Bereits nach dem ersten Düngejahr sind erhebliche Veränderungen in der Tierhaltung, in den Betriebsstrukturen und beim Düngereinsatz festzustellen“, erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, heute in Berlin.
Ackermanager
Das ABC des Pflanzenbaus
Verschaffen Sie sich für alle Kulturen einen Überblick – von EC-Stadien über alle wichtigen Anbaubereiche wie Saatgut, Düngemittel und Pflanzenschutz. Ungefähr die Hälfte der Fläche der Bundesrepublik Deutschland wird für die Landwirtschaft genutzt. Der Ackerbau macht davon etwa 70 % aus. Für eine wettbewerbsfähige Produktion von pflanzlichen Erzeugnissen sind hohe und sichere Erträge notwendig, die nur erzielt werden können, wenn die Regeln der guten fachlichen Praxis eingehalten werden.
Ernährung
Klöckner sieht sich durch Ernährungsreport bestätigt
Das Land Berlin wird einen Normenkontrollantrag beim Bundesverfassungsgericht zur Schweinehaltung stellen. Das hat Justizsenator Dr. Dirk Behrendt heute angekündigt. Seiner Auffassung nach sind zentrale rechtliche Anforderungen an die Schweinehaltung in der deutschen Landwirtschaft verfassungswidrig.

xs

sm

md

lg

xl