Wir verwenden Cookies, um eine individuelle Nutzung dieser Webseite zu erlauben und Werbung auf Webseiten von raiffeisen.com und Dritten anzuzeigen. OK Mehr erfahren

Studie belegt massiven Rückgang der Insektenpopulation in Teilen Deutschlands

Weitersagen: Facebook Twitter Mail
 
Copyright:
Einen massiven Rückgang der Insektenpopulation in Teilen Deutschlands hat ein internationales Forschungsteam festgestellt; es bleibt aber bei den Ursachen vage. Nach den Untersuchungen der deutschen, niederländischen und britischen Wissenschaftlern bestehende Gruppe kam es seit den neunziger Jahren einen Biomasseverlust bei den Fluginsekten zwischen 76 % und 81 %. Die Erhebungen seien dabei über 27 Jahre an 63 Standorten in Schutzgebieten unterschiedlichster Lebensräume des Offenlandes überwiegend in Nordwestdeutschland erfolgt. Der Rückgang sei überwiegend im Flachland festgestellt worden.
In ihrer in der internationalen Online-Fachzeitschrift „PLOS ONE“ veröffentlichten Studie weisen die Forscher darauf hin, dass die in die statistische Auswertung eingeflossenen Daten zu Veränderungen des Klimas und von Biotopmerkmalen den überwiegenden Teil der Insektenverluste nicht erklärten. Gleichzeitig räumen die Wissenschaftler ein, dass mangels verfügbarer Daten die potentiellen Einflussfaktoren, so zum Beispiel die Pflanzenschutzmittelbelastung aus direkt umliegender Agrarnutzung, nicht berücksichtigt werden konnten, weil die Datenlage dazu nicht transparent sei.
Nach Auffassung des Präsidenten des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), Olaf Tschimpke, kann dennoch ein Zusammenhang zwischen der Landwirtschaft und dem Insektensterben hergestellt werden. Allein die Tatsache, dass es sich bei allen Untersuchungsflächen um verinselte Standorte innerhalb von Schutzgebieten handle, in deren Umfeld zu mehr als 90 % eine konventionelle Agrarnutzung stattfinde, lege einen negativen Einfluss durch die Landwirtschaft nahe, so Tschimpke. Er rief deshalb die zukünftige Bundesregierung dazu auf, sich umgehend auf EU-Ebene für einen Kurswechsel in der Agrarpolitik einzusetzen sowie einen Schwerpunkt auf die Erforschung und den Schutz der biologischen Vielfalt zu legen.
Der NABU fordert darüber hinaus ein deutsches Zentrum für Biodiversitäts-Monitoring in Trägerschaft von Wissenseinrichtungen sowie den zügigen Aufbau eines bundesweiten Insekten-Monitorings. Als Vorbild für ein bundesweites Insekten-Monitoring könnte dem Verband zufolge Nordrhein-Westfalen dienen, wo in diesem Jahr die Beprobung auf 100 Standorten angelaufen sei. AgE (19.10.2017)
Weitersagen: Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

Waldschäden
Hilfen für wetter- und schädlingsgeplagte Forstwirtschaft angekündigt
24.03.2019 — Hilfen für die wetter- und schädlingsgeplagte Forstwirtschaft in Deutschland hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner heute in Nauen angekündigt, wo sie anlässlich des "Internationalen Tages des Waldes" an einer Baumpflanzaktion teilnahm.
Klimawandel
Temperaturen und Niederschläge in Deutschland nehmen zu
23.03.2019 — Der Klimawandel wird in Deutschland auch unter optimistischen Prognosen und erheblichen Maßnahmen zur CO2-Reduktion zu mehr Niederschlägen und steigenden Temperaturen führen.
ländlicher Raum
Landwirtschaft wichtig für boomende ländliche Räume
22.03.2019 — Die Landwirtschaft kann für eine erfolgreiche Entwicklung ländlicher Räume eine wesentliche Rolle spielen. "Prosperierende Regionen brauchen eine für die Bevölkerung attraktive Kulturlandschaft", betont der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft (DSK),
Acker24
Ackerschlagkartei und Nährstoffmanagement
01.06.2018 — Sie möchten den Arbeitsaufwand mit Ihrer Ackerschlagkartei minimieren? Neben der Schlagkartei bietet Acker24 dem Landwirt auch die Möglichkeit, sein Nährstoffmanagement gesetzeskonform zu dokumentieren. Eine Schnittstelle zu zahlreichen Raiffeisen-Genossenschaften vereinfacht die Dokumentation für Schlagkartei und Stoffstrombilanz erheblich.
Einkommenssteuer
Steuerliche Gewinnglättung kommt
22.03.2019 — Die Bundesregierung bringt die dreijährige steuerliche Gewinnglättung für landwirtschaftliche Betriebe auf den Weg.

xs

sm

md

lg

xl