Wir verwenden Cookies, um eine individuelle Nutzung dieser Webseite zu erlauben und Werbung auf Webseiten von raiffeisen.com und Dritten anzuzeigen. OK Mehr erfahren

Doch kein rasches Glyphosat-Verbot in Österreich

Weitersagen: Facebook Twitter Mail
 
Copyright:
Ein nationales Verbot von Glyphosat wird es in Österreich doch nicht so schnell geben. Während es zunächst in Wien hieß, dass ÖVP und FPÖ als eine der ersten Maßnahmen der angestrebten Koalition auf Bundesebene ein solches Verbot planen, soll nun zunächst eine Machbarkeitsstudie zu einem schrittweisen Ausstieg in Auftrag gegeben werden. Die Studie soll laut einem von den beiden zukünftigen Regierungsfraktionen im Parlament eingebrachten Entschließungsantrag samt Aktionsplan die Konsequenzen eines landesweiten Verbots von Glyphosat abklären.
Der Präsident des der ÖVP zugeordneten Österreichischen Bauernbundes, Georg Strasser, betonte, man setze weiterhin nicht auf Populismus und Panikmache, sondern auf eine fachlich fundierte Vorgehensweise auf Basis der geltenden nationalen und europarechtlichen Rechtslage. Deshalb ist laut Strasser eine umfassende Evaluierung der wirtschaftlichen Auswirkungen für alle Anwender vorgesehen. Des Weiteren sollten die Verfügbarkeit von Ersatzprodukten, Sicherheitsaspekte im Bereich der Infrastruktur und Risiken für die menschliche Gesundheit durch importierte Lebensmittel geklärt werden. Für den Bauernbund sei es unabdingbar, dass die betroffenen Landwirte nicht auf der Strecke blieben.
Strasser sprach auch die Importproblematik an. Ein besonderes Anliegen sei dem Bauernbund die Glyphosat-Freiheit für ausländische Lebensmittel, damit der Wirkstoff nicht „durch die Hintertür“ nach Österreich gelange. „Wenn ein großer Lebensmittelhändler vollmundig das Aus für Glyphosat fordert, dann muss er auch sicherstellen, dass es nicht in den unzähligen, von ihm importierten Produkten drinnen ist“, so der Verbandspräsident. Es könne nicht sein, „dass unsere Landwirte wieder einmal Wettbewerbsnachteile in Kauf nehmen müssen, der Mehraufwand in wirtschaftlicher Sicht aber nicht abgegolten wird“.
Walter Rauch von der FPÖ erklärte zum Antrag mit der ÖVP ebenfalls, dass es darum gehe, allfällige Nachteile in der Landwirtschaft abzufedern. Wichtig sei es, die rechtlichen Voraussetzungen für ein nationales Verbot des Herbiszidwirkstoffs zu klären sowie die Verfügbarkeit von Ersatzprodukten und deren Verwendung und ökologische Auswirkungen zu erheben. Außerdem sollten die Risiken für die Gesundheit durch Lebensmittelimporte bewertet und Grenzwerte sowie eine Null-Toleranz bei Einfuhrprodukten festgelegt werden. AgE (18.12.2017)

Das könnte Sie auch interessieren

Feinstaub
Landwirtschaft als Hauptquelle von Feinstaub ausgemacht
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie (MPIC) haben die landwirtschaftliche Tierhaltung als einen der Hauptverursacher der Feinstaubbelastung in Deutschland ausgemacht. Laut einer bislang nicht veröffentlichten Studie des MPIC, über die das ARD-Magazin "Monitor" gestern berichtete, verbindet sich der Ammoniak aus der Gülle mit Abgasen aus der Industrie und dem Straßenverkehr und bildet so Feinstaub.
Schweine
Schweinehaltung nicht mehr wirtschaftlich
Der Strukturwandel in der deutschen Schweinehaltung schreitet voran, Jahr für Jahr schließen mehr Unternehmen. Schuld daran ist nicht zuletzt die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe, die sich 2018 oft sogar noch verschlechtert hat.
Digitalisierung
Genossenschaften offen für Digitalisierung
Die Anpassungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit des genossenschaftlichen Geschäftsmodells hat der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Franz-Josef Holzenkamp, hervorgehoben.
Börse
Tagesaktuell über die Terminmärkte informiert
Wie entwickeln sich die Preise? Wann soll ich verkaufen? Verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuellen Börsenkurse. Um höchstmögliche Erlöse zu erzielen, wird es immer wichtiger, den richtigen Zeitpunkt zum Verkauf des Getreides zu nutzen. Das Preisniveau wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen Informationen über das Wetter und damit auch das voraussichtliche Angebot, Zahlen über Lagerbestände oder auch die Nachfrage wichtiger Abnahmeländer. Wir informieren Sie tagesaktuell über die Entwicklung der Terminmärkte.
Pflanzenschutzmittel
Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln auch 2017 niedrig
Die zulässigen Höchstgrenzen für Pflanzenschutzmittelrückstände bei Lebensmitteln sind in Deutschland und der Europäischen Union auch im Jahr 2017 nur sehr selten überschritten worden. Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) berichtete, sank die betreffende Beanstandungsquote in Deutschland von 1,7 % im Jahr 2016 auf 1,1 % im Berichtsjahr.

xs

sm

md

lg

xl