Wir verwenden Cookies, um eine individuelle Nutzung dieser Webseite zu erlauben und Werbung auf Webseiten von raiffeisen.com und Dritten anzuzeigen. OK Mehr erfahren

Schweine

Schweinehaltung nicht mehr wirtschaftlich

Weitersagen: Facebook Twitter Mail
 
Copyright: AMI
Der Strukturwandel in der deutschen Schweinehaltung schreitet voran, Jahr für Jahr schließen mehr Unternehmen. Schuld daran ist nicht zuletzt die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe, die sich 2018 oft sogar noch verschlechtert hat.

Wie die Viehzählung vom November 2018 ergab, hielten Ende des vergangenen Jahres nur noch 22.400 Betriebe bundesweit Schweine oder Sauen. Innerhalb eines Jahres haben damit, einmal mehr, rund 1.100 Betriebe ihre Pforten geschlossen. Das entspricht einem Rückgang um fast 5 %, bei den Sauen fällt das Minus sogar noch deutlicher aus. Bereits jetzt ist diese Entwicklung auch am Bestand zu spüren. Nach den vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes sank der gesamte Schweinebestand zuletzt um 4,1 % im Jahresvergleich. Die deutlichsten Rückgänge sind im Bereich Ferkel und Jungschweine zu verzeichnen. Ein Grund für diese Entwicklung ist sicherlich in der schwierigen wirtschaftlichen Lage der vergangenen Monate und Jahre zu suchen.

Schwierige Zeit für Schweinemäster
Schon seit Herbst 2017 bereitet die Wirtschaftlichkeit in der Schweinemast Probleme. Gerade in den vergangenen Monaten sind dabei die Kosten häufig gestiegen, insbesondere Futtermittel wurde teurer. Die Ausgaben für das Futter haben einen Anteil von rund 50 % der gesamten Kosten. Selbst die vergleichsweise niedrigen Preise für Ferkel konnten das nicht ausgleichen, insbesondere da den hohen Kosten sehr niedrige Schlachterlöse gegenüberstanden. Auch mit einer optimalen Kostenstruktur und sehr guten biologischen Leistung ist es kaum möglich Gewinne durch die Schweinemast zu erzielen. Bei durchschnittlichen Leistungen wurde nach dem Modell der Agrarmarkt
Informations-Gesellschaft (AMI) im Jahr 2018 ein Verlust von 8 Ct/kg Schlachtgewicht erwirtschaftet. Um jegliche Kostenfaktoren zu decken, benötigen die Landwirte einen Schlachtschweinepreis von rund 1,52 EUR/kg.

Sauenhaltung 2018 in der Verlustzone
Noch schlimmer als bei den Mastschweinen gestaltetet sich das Jahr 2018 für Sauenhalter. Die Kosten für die Erzeugung eines Ferkels bis zum Verkaufsgewicht bewegten sich im Jahresverlauf relativ stabil bei 60 EUR, zogen allerdings zum Jahresende durch die erhöhten Futterkosten leicht an. Auf der anderen Seite war das Jahr geprägt von sehr niedrigen Ferkelerlösen. Diese befanden sich im Mittel des Jahres mit 49 EUR/Ferkel 24 % unter dem Vorjahresniveau. 2018 mussten Sauenhalter nach der Modellrechnung AMI dementsprechend mit Verlusten von 11 EUR/Ferkel leben. (AMI) (18.01.2019)
Weitersagen: Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

Schweinepreis
Schwacher Fleischmarkt drückt Schlachtschweinepreis nach unten
11.07.2019 — Seit Wochen klagen die Schlachtunternehmen in Deutschland und auch in anderen Staaten der Europäischen Union über eine schwache Nachfrage, rückläufige Teilstückpreise und sinkende Margen am Markt für Schweinefleisch. Nun hat der Druck offenbar derart zugenommen, dass die hiesigen Schlachtbetriebe die Reißleine ziehen und eine Senkung des Erzeugerpreises erzwingen.
ASP
Neue Serie von ASP-Ausbrüchen in polnischen Schweineställen
09.07.2019 — In Polen ist es erneut zu etlichen Ausbrüchen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Hausschweinen gekommen. Die oberste Veterinärbehörde bestätigte gestern einen Seuchenfall in einer Anlage mit mehr als 1 700 Tieren in der Wojewodschaft Ermland-Masuren.
Ferkelkastration
Bundestag stimmt für Isoflurannarkose bei Ferkelkastration
29.06.2019 — Die Bundesregierung ist mit ihrem Vorhaben, bei der Ferkelastration die Isoflurannarkose durch Landwirte oder andere sachkundige Personen möglich zu machen, einen weiteren Schritt vorangekommen.
Börse
Tagesaktuell über die Terminmärkte informiert
Wie entwickeln sich die Preise? Wann soll ich verkaufen? Verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuellen Börsenkurse. Um höchstmögliche Erlöse zu erzielen, wird es immer wichtiger, den richtigen Zeitpunkt zum Verkauf des Getreides zu nutzen. Das Preisniveau wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen Informationen über das Wetter und damit auch das voraussichtliche Angebot, Zahlen über Lagerbestände oder auch die Nachfrage wichtiger Abnahmeländer. Wir informieren Sie tagesaktuell über die Entwicklung der Terminmärkte.
ASP
Afrikanische Schweinepest breitet sich in Polen weiter aus
27.06.2019 — Obwohl die Zahl der Neuinfektionen von Wildschweinen mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zuletzt wieder gesunken ist, wächst die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der Seuche in Polen.

xs

sm

md

lg

xl