Wir verwenden Cookies, um eine individuelle Nutzung dieser Webseite zu erlauben und Werbung auf Webseiten von raiffeisen.com und Dritten anzuzeigen. OK Mehr erfahren

Düngeverordnung

Thünen-Wissenschaftlerin hält Forderung nach Düngeverschärfungen für nachvollziehbar

Weitersagen: Facebook Twitter Mail
 
Copyright: Shutterstock
"Nachvollziehbar" sind für Dr. Susanne Klages von der Stabsstelle Klima des Thünen-Instituts (TI) die derzeit diskutierten Verschärfungen der Düngeverordnung. Auch nach dem letzten Nitratbericht von 2016 habe sich die Grundwasserbelastung durch Nitrat nicht ausreichend vermindert, sagt die Wissenschaftlerin in einem Interview mit dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL).
Zwar räumt die Thünen-Expertin ein, dass die Wirkung der mit der jüngsten Novelle der Düngeverordnung beschlossenen Maßnahmen erst mittel- bis langfristig im entnommenen Wasser gemessen werden könne. Unabhängig davon sei jedoch die Stickstoffeffizienz der Düngung vergleichsweise gering. So gelange mehr als die Hälfte des aufgebrachten Stickstoffs in Form erhöhter Nitratauswaschungen ins Grundwasser oder werde als Ammoniak oder Lachgas emittiert.
Zurückhaltend äußerte sich Klages zur Kritik an dem vorgesehenen pauschalen Düngeabschlag in den roten Gebieten. Sie weist darauf hin, dass eine Verminderung der Düngungshöhe um 20 % nicht gleichzeitig zu einem 20 % geringeren Ertrag führe. Allerdings könne es bei bestimmten Kulturen wie Brotweizen und Gemüse je nach Sorte zu Qualitätseinbußen kommen, bestätigt die Wissenschaftlerin.
Für gerechtfertigt hält Klages die Forderung nach einer generellen Abschaffung der Herbstdüngung. Der vorgeschlagene zwingende Anbau einer Zwischenfrucht im Herbst ist aus ihrer Sicht ebenso „prinzipiell eine gute Sache“ wie die schlagbezogene Anwendung der 170 kg-Obergrenze, die zur Steigerung der Düngeeffizienz beitragen könne. Nicht zielführend sei hingegen die vorgeschlagene Abschaffung des Nährstoffvergleichs, der gerade bei der Ausbringung von höheren Mengen an organischen Düngern einen wichtigen Kontrollmechanismus darstelle.

Die Thünen-Wissenschaftlerin warnt vor halbherzigen Lösungen bei der Änderung der Düngeverordnung, die letzten Endes auch nicht im Interesse der Landwirte lägen. So hätten bereits in der Vergangenheit Kompromisse „zum scheinbaren Wohle der Landwirte“ dazu geführt, dass bei den Düngeregeln kontinuierlich habe nachgebessert werden müssen. AgE (24.04.2019)
Weitersagen: Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

Düngeverordnung
Düngeabschlag von 20 Prozent soll betriebsbezogen gelten
20.05.2019 — Das Bundeslandwirtschaftsministerium sucht nach Alternativen zu den bisherigen Brüsseler Vorgaben für eine Verschärfung der Düngeverordnung. Dem Vernehmen nach will das Ressort zwar an dem von der Europäischen Kommission geforderten 20 %-Abschlag vom Bedarf bei der Stickstoffdüngung in den roten Gebieten festhalten.
Düngung
DBV-Vizepräsident Schwarz fordert Neuabgrenzung der roten Gebiete
10.05.2019 — Eine Neuabgrenzung der nitratsensiblen Gebiete fordert der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Werner Schwarz. Eine Neujustierung der sogenannten roten Gebiete sei "wasserwirtschaftlich fundiert und aus landwirtschaftlicher Sicht geboten", erklärte Schwarz anlässlich der Umweltministerkonferenz in Hamburg.
Düngeverordnung
Aeikens betont erneut Handlungsbedarf im Düngerecht
06.05.2019 — Einen realistischen Blick auf den Handlungsbedarf im Düngerecht hat der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Hermann Onko Aeikens, angemahnt. Es sei nun einmal Fakt, dass das Grundwasser durch Nitrat belastet werde und keine signifikante Abnahme der Nitratwerte erkennbar sei,
Börse
Tagesaktuell über die Terminmärkte informiert
Wie entwickeln sich die Preise? Wann soll ich verkaufen? Verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuellen Börsenkurse. Um höchstmögliche Erlöse zu erzielen, wird es immer wichtiger, den richtigen Zeitpunkt zum Verkauf des Getreides zu nutzen. Das Preisniveau wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen Informationen über das Wetter und damit auch das voraussichtliche Angebot, Zahlen über Lagerbestände oder auch die Nachfrage wichtiger Abnahmeländer. Wir informieren Sie tagesaktuell über die Entwicklung der Terminmärkte.
Düngeverordnung
Umweltminister diskutieren über strengere Dünge- und Emissionsvorgaben
05.05.2019 — Die Umweltministerkonferenz (UMK) wird aller Voraussicht nach den Druck auf eine Verschärfung der Düngeverordnung erhöhen. In einem Beschlussvorschlag von Baden-Württemberg und Thüringen für das Treffen kommende Woche in Hamburg wird der Bund aufgefordert, die Verordnung von 2017 "umfassend und zügig" anzupassen.

xs

sm

md

lg

xl