Wir verwenden Cookies, um eine individuelle Nutzung dieser Webseite zu erlauben und Werbung auf Webseiten von raiffeisen.com und Dritten anzuzeigen. OK Mehr erfahren

Dürre

Milcherzeugung in Ostdeutschland wegen Trockenheit weiter unter Druck

Weitersagen: Facebook Twitter Mail
 
Copyright: Shutterstock
Keinen Anlass zur Entwarnung bieten die Niederschläge der vergangenen Tage für die Landwirtschaft in Ostdeutschland. Insbesondere die Milcherzeuger sind weiter alarmiert. Bodenfeuchten in der oberen Schicht von nach wie vor lediglich 10 % im Vergleich zum langjährigen Stand gäben Anlass zur Sorge, weil das nach der Dürre 2018 sehnlichst erwartete Gras nicht im erforderlichen Maße wachse, erklärte der Vorsitzende des Interessenverbandes Milcherzeuger (IVM), Christian Schmidt, gegenüber AGRA-EUROPE. Der Verband vertritt rund 40 große Milchviehbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie Ost- und Nordsachsen. Hinzu kommen Fördermitglieder insbesondere aus den Bereichen Melktechnik und Futtermittel sowie Einzelmitglieder.
Nach Schmidts Angaben sind in vielen Betrieben die Futterreserven inzwischen äußerst knapp, die Grassilage des Vorjahres reiche teilweise nur noch vier bis sechs Wochen. Erste Betriebe fütterten bereits Frischgras, wohlwissend, dass diese Mengen künftig als Vorrat fehlten. Der Vorsitzende veranschlagt die Ertragserwartungen beim ersten Grasschnitt in diesem Jahr auf lediglich 50 % bis 75 % gegenüber normalen Jahren. Futterzukäufe würden schwierig, da kaum ein Betrieb noch Reserven habe. Erste Betriebe stellten bereits Überlegungen zu Bestandsreduzierungen und Futterumstellungen zu Lasten der Leistung an.
Laut Schmidt spiegelt sich die angespannte Situation auf den Betrieben bislang nicht im Markt wider. Trotz derzeit knapper Rohstoffversorgung sei der Butterpreis zuletzt gesunken. Sollte 2019 erneut - wie befürchtet - ein Dürrejahr werden und sich die Lage auf den Märkten nicht grundlegend verändern, werde es angesichts ohnehin steigender Produktionskosten infolge von immer mehr Auflagen zu einem beschleunigten Strukturwandel in der Milcherzeugung kommen, warnt der IVM-Vorsitzende. Konzepte von regionaler Erzeugung für die Kunden des Lebensmitteleinzelhandels "in gewachsenen und akzeptierten Strukturen" würden sich dann sehr schnell "in Luft auflösen". AgE (04.05.2019)
Weitersagen: Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

Dürre
Bauern in Nordwesteuropa hoffen auf Regen
17.07.2019 — Die Organisation Nordwesteuropäischer Kartoffelanbauer (NEPG) rechnet für 2019 mit einer nur unterdurchschnittlichen Ernte, sollte der Regen in den kommenden drei Wochen ausbleiben. Wie die NEPG gestern mitteilte, sind die Anbaubedingungen zurzeit zwar noch gut, aber der Grundwasserspiegel und die Bewässerungskapazitäten bereiteten Sorgen.
Dürreversicherung
Ermäßigter Steuersatz für Dürreversicherungen kommt
11.06.2019 — Der ermäßigte Steuersatz für Dürreversicherungen soll schon bald Realität werden. Laut dem Parlamentarischen Staatssekretär vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Michael Stübgen, will das Bundesfinanzministerium dies "umgehend umsetzen".
Agrarmärkte
Weltmarktpreise für Agrarprodukte legen im Mittel weiter zu
06.06.2019 — Die Weltmarktpreise für wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse haben sich im Mai trotz Rückgängen bei Zucker und Pflanzenölen im Mittel gegenüber April freundlich entwickelt.
Ackermanager
Das ABC des Pflanzenbaus
Verschaffen Sie sich für alle Kulturen einen Überblick – von EC-Stadien über alle wichtigen Anbaubereiche wie Saatgut, Düngemittel und Pflanzenschutz. Ungefähr die Hälfte der Fläche der Bundesrepublik Deutschland wird für die Landwirtschaft genutzt. Der Ackerbau macht davon etwa 70 % aus. Für eine wettbewerbsfähige Produktion von pflanzlichen Erzeugnissen sind hohe und sichere Erträge notwendig, die nur erzielt werden können, wenn die Regeln der guten fachlichen Praxis eingehalten werden.
Versicherungen
Süddeutsche Initiative für staatlich unterstützte Mehrgefahrenversicherung
05.06.2019 — Die bayerische Staatsregierung und die baden-württemttbergische Landesregierung wollen die betriebliche Risikoabsicherung in der Landwirtschaft verbessern. Damit sollen Landwirte bei der Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels unterstützt werden.

xs

sm

md

lg

xl