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Dürre

Milcherzeugung in Ostdeutschland wegen Trockenheit weiter unter Druck

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Keinen Anlass zur Entwarnung bieten die Niederschläge der vergangenen Tage für die Landwirtschaft in Ostdeutschland. Insbesondere die Milcherzeuger sind weiter alarmiert. Bodenfeuchten in der oberen Schicht von nach wie vor lediglich 10 % im Vergleich zum langjährigen Stand gäben Anlass zur Sorge, weil das nach der Dürre 2018 sehnlichst erwartete Gras nicht im erforderlichen Maße wachse, erklärte der Vorsitzende des Interessenverbandes Milcherzeuger (IVM), Christian Schmidt, gegenüber AGRA-EUROPE. Der Verband vertritt rund 40 große Milchviehbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie Ost- und Nordsachsen. Hinzu kommen Fördermitglieder insbesondere aus den Bereichen Melktechnik und Futtermittel sowie Einzelmitglieder.
Nach Schmidts Angaben sind in vielen Betrieben die Futterreserven inzwischen äußerst knapp, die Grassilage des Vorjahres reiche teilweise nur noch vier bis sechs Wochen. Erste Betriebe fütterten bereits Frischgras, wohlwissend, dass diese Mengen künftig als Vorrat fehlten. Der Vorsitzende veranschlagt die Ertragserwartungen beim ersten Grasschnitt in diesem Jahr auf lediglich 50 % bis 75 % gegenüber normalen Jahren. Futterzukäufe würden schwierig, da kaum ein Betrieb noch Reserven habe. Erste Betriebe stellten bereits Überlegungen zu Bestandsreduzierungen und Futterumstellungen zu Lasten der Leistung an.
Laut Schmidt spiegelt sich die angespannte Situation auf den Betrieben bislang nicht im Markt wider. Trotz derzeit knapper Rohstoffversorgung sei der Butterpreis zuletzt gesunken. Sollte 2019 erneut - wie befürchtet - ein Dürrejahr werden und sich die Lage auf den Märkten nicht grundlegend verändern, werde es angesichts ohnehin steigender Produktionskosten infolge von immer mehr Auflagen zu einem beschleunigten Strukturwandel in der Milcherzeugung kommen, warnt der IVM-Vorsitzende. Konzepte von regionaler Erzeugung für die Kunden des Lebensmitteleinzelhandels "in gewachsenen und akzeptierten Strukturen" würden sich dann sehr schnell "in Luft auflösen". AgE (04.05.2019)
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