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Mercosur

EU-Geflügelmästern droht wachsender Importdruck aus Südamerika

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Die Geflügelmäster in der Europäischen Union müssen sich bei Umsetzung der zwischen der EU-Kommission und dem Mercosur-Block gefundenen Handelsübereinkunft auf einen wachsenden Importdruck aus Südamerika einstellen. Vereinbart wurde doch eine Freihandelsquote für Geflügelfleisch von 180 000 t, wie im Vorfeld schon durchgesickert war. Auf Anfrage bestätigte heute eine Sprecherin der Kommission den Fehler ihrer Behörde; in einem am Freitagabend herausgegebenen Redemanuskript von Agrarkommissar Phil Hogan hatte es geheißen, dass ein zollfreies Importkontingent von 100 000 t eingeräumt werden solle. Im Jahr 2018 importierte die EU knapp 300 000 t Geflügelfleisch aus Brasilien; 2017 waren es gut 400 000 t gewesen.
Wie im Einzelnen heute aus Kommissionskreisen zu erfahren war, ist die Hälfte der eingeräumten Einfuhrquote, also 90 000 t, für Geflügelfleisch ohne Knochen, die andere Hälfte für Geflügelfleisch mit Knochen vorgesehen. Sobald das Abkommen ratifiziert sei, werde die Freihandelsquote über einen Zeitraum von fünf Jahren schrittweise umgesetzt, hatte Hogan bereits am Freitagabend erklärt. Gleiches gilt für das präferierte Rindfleisch-Zollhandelskontingent von 99 000 t im Jahr. Hier sollen 55 % der jährlich dem Mercosur-Block zugestandenen Lieferquote auf Frischware und 45 % auf Tiefkühlware entfallen. Für beide Kategorien ist dabei ein ermäßigter Zollsatz von 7,5 % eingeplant.
Für Ethanol aus Südamerika wird es der Übereinkunft zufolge ein präferiertes Zollkontingent von 650 000 t insgesamt im Jahr geben. Davon sollen 450 000 t für die chemische Industrie bestimmt sein, während die verbleibenden 200 000 t "für jedwede Verwendung", zum Beispiel zur Biokraftstoffherstellung, geliefert werden dürfen. Verhandlungskreisen zufolge soll der Zollsatz für nicht denaturiertes Ethanol bei 6,40 Euro/hl liegen; die Einfuhrgebühr für denaturiertes Ethanol soll 3,40 Euro/hl betragen.
Des Weiteren ist für einen Zeitraum von fünf Jahre die schrittweise Einführung eines zollfreien Lieferkontingents von jährlich 180 000 t Zucker für die Mercosur-Staaten geplant. Überdies soll dem südamerikanischen Handelsblock, dem Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay angehören, eine zollfreie Lieferquote für 60 000 t Reis jährlich eingeräumt werden. Vollständig umgesetzt worden sein soll dieses Kontingent offenbar nach sechs Jahren.
Vorteilhafter als für die Fleisch- und Zuckerwirtschaft liest sich die Vereinbarung für die europäischen Milcherzeuger und Molkereien. Ihnen soll von den Südamerikanern schrittweise über neun Jahre ein zollfreies Jahreslieferkontingent für Käse über 30 000 t zugestanden werden. Gleiches ist im Hinblick auf das Kontingent für Magermilchpulver von 10 000 t sowie das für Säuglingsnahrung von 5 000 t vorgesehen. AgE (02.07.2019)
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