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Erntebilanz 2019

Bauernverband geht von 45 Millionen Tonnen Getreide aus

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Die heimischen Landwirte haben in diesem Jahr eine Getreideernte von rund 45 Mio t eingefahren. Davon geht der Deutsche Bauernverband (DBV) in seiner abschließenden Erntebilanz für 2019 aus, die auf Daten und Informationen der Landesbauernverbände basiert. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 von 47,9 Mio t bedeutet dies eine um 2,9 Mio t beziehungsweise 6 % kleinere Menge. Die Winterrapsernte beziffert der DBV auf rund 2,8 Mio t; das entspricht nur gut der Hälfte des langjährigen Mittels.


Die Getreideernte falle leicht unterdurchschnittlich aus. Raps habe hingegen enttäuscht, und damit steige die Besorgnis um die Zukunft des für die Fruchtfolge so wichtigen Anbaus dieser Ölfrucht, kommentierte DBV-Präsident Joachim Rukwied die Erntebilanz heute in Berlin. Die Erträge sind laut Rukwied je nach Niederschlagsverteilung regional sehr unterschiedlich ausgefallen. In manchen Regionen müssten Betriebe erneut "eine miserable Ernte" verkraften. Erschwerend komme dort für die tierhaltenden Betriebe das wiederholt geringe Grundfutteraufkommen hinzu.
Die regionalen Regenfälle in der ersten Augusthälfte hätten den Abschluss der Getreide- und Rapsernte verzögert; dem Grünland und den im Herbst zu erntenden Kulturen wie Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln seien sie aber zugutegekommen, berichtete Rukwied weiter. Ein Auffüllen der Bodenwasservorräte sei mit den bisherigen Niederschlagsmengen jedoch noch nicht möglich. Dies wäre mit Blick auf die bevorstehende Rapsaussaat jedoch dringend nötig.
Den Durchschnittsertrag über alle Getreidearten schätzt der Bauernverband auf 70 dt/ha, was im Vergleich zum mehrjährigen Mittel ein Minus von 5 dt/ha bedeutet. An Winterweizen, der wichtigsten Getreideart, wurden im Bundesdurchschnitt 75 dt/ha gedroschen; das waren 6 dt/ha weniger als im Mittel der Jahre 2013 bis 2017. Die Gesamtmenge an Winterweizen beläuft sich laut DBV auf 23,1 Mio t, womit der mehrjährige Schnitt um 2,2 Mio t verfehlt wurde.
Für viele landwirtschaftliche Betriebe gestalte sich die wirtschaftliche Situation weiterhin schwierig, stellte der Bauernpräsident fest. Die regional erneut deutlichen Ernteeinbußen fielen zusammen mit einem nicht zufriedenstellenden Preisniveau. Bereits seit Monaten seien die Getreidepreise rückläufig. Mittlerweile erlöse ein Landwirt im Bundesdurchschnitt nur noch 157 Euro für eine Tonne Brotweizen und 143 Euro für eine Tonne Futtergerste, so Rukwied. Die Aussicht auf eine Trendwende sei angesichts der komfortablen europäischen und weltweiten Versorgungslage gering. AgE (24.08.2019)
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