Wir verwenden Cookies, um eine individuelle Nutzung dieser Webseite zu erlauben und Werbung auf Webseiten von raiffeisen.com und Dritten anzuzeigen. OK Mehr erfahren

Bundestag

Erneut Debatte zur Waldpolitik

Weitersagen: Facebook Twitter Mail
 
Copyright: Shutterstock
Der Bundestag befasst sich in seiner vorletzten Sitzungswoche dieses Jahres noch einmal ausführlich mit dem Wald. Gut eine Stunde debattieren die Abgeordneten am kommenden Freitag in der Kernzeit zum Thema "Waldschutz". Aller Voraussicht nach wird der Koalitionsantrag mit dem Titel "Unser Wald braucht Hilfe" beschlossen. Die Oppositionsfraktionen haben eigene Anträge vorgelegt.
CDU/CSU und SPD betonen in ihrem Antrag die zentrale Rolle der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) bei der Behebung der Waldschäden und zur Förderung des Waldumbaus. Daneben spricht sich die Koalition unter anderem für eine Stärkung des integrierten Pflanzenschutzes aus, um der rasanten Ausbreitung von Schaderregern im Wald zu begegnen. Dabei soll die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel als Ultima Ratio möglich sein. Beim Waldumbau soll über die zu pflanzenden Baumarten standortabhängig flexibel vor Ort entschieden werden.
Die AfD-Fraktion fordert die Bundesregierung dazu auf, eine waldbauliche Initiative in Kooperation von Bund und Ländern zu initiieren. Die Klein- und Kleinstprivatwaldbesitzer sollen durch einfachere Förderrichtlinien unterstützt werden, gegebenenfalls durch das Ermöglichen von Sammelanträgen durch mehrere Waldbesitzer. Forstbetriebsgemeinschaften und Waldbesitzervereinigungen seien bei der Holzvermarktung gezielt zu fördern, wobei die Einschlagsmenge im Frischholzmarkt gedrosselt werden sollte. Für einen "effektiven Waldschutz" plädiert die FDP-Fraktion. Die Regierung soll der steuerlichen Belastung der Waldbesitzer vor dem Hintergrund außerplanmäßiger und zufälliger Holznutzungen durch Sturmschäden mit einer Verordnung zu begegnen und ein bundesweites Schadensmonitoring installieren.
Für eine "naturgemäße Waldbewirtschaftung im Interesse des Waldes und der Forstleute" setzt sich die Linke ein. Die Bundesregierung soll demnach den Waldumbau im Hinblick auf eine Vielfalt heimischer Baumarten und durchmischten Altersstrukturen beschleunigen und Rahmenbedingungen schaffen, um die naturgemäße Waldbewirtschaftung umzusetzen. Die Grünen fordern einen Aktionsplan für einen "gesunden und artenreichen Wald". In ihrem Antrag verlangen die Abgeordneten, "die flächendeckende Waldentwicklung bis hin zu naturnahen klimabeständigeren Laubmischwäldern zu beschleunigen". Dafür soll ein Waldzukunftsfonds von 1 Mrd Euro über die nächsten fünf Jahre aufgelegt werden. AgE (10.12.2019)
Weitersagen: Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

Grüne Woche
Forderungen nach Kurswechsel in der Agrarpolitik
17.01.2020 — Forderungen nach einem Politikwechsel haben Agrar- und Ernährungspolitiker verschiedener Bundestagsfraktionen anlässlich der Internationalen Grünen Woche (IGW) erhoben. Für die agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Dr. Kirsten Tackmann, sollte die Messe zu einer aus ihrer Sicht notwendigen Neuorientierung der Agrarpolitik genutzt werden.
Holzprodukte
Globale Erzeugung und Handel auf Rekordniveau
21.12.2019 — Die weltweite Erzeugung der wichtigsten Holzprodukte und der Handel mit diesen Waren sind 2018 auf den höchsten Stand seit Beginn der statistischen Erfassung durch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) im Jahr 1947 gestiegen.
Ackerbaustrategie
Nur die Union im Bundestag zufrieden
20.12.2019 — Als "ein wichtiges und positives Signal an die Bauern" hat der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann, die vorgelegte Ackerbaustrategie gewürdigt. Sie zeige, "wie wir eine effiziente, nachhaltige und ressourcenschonende Landwirtschaft in Deutschland erhalten können", erklärte Stegemann.
Ackermanager
Das ABC des Pflanzenbaus
Verschaffen Sie sich für alle Kulturen einen Überblick – von EC-Stadien über alle wichtigen Anbaubereiche wie Saatgut, Düngemittel und Pflanzenschutz. Ungefähr die Hälfte der Fläche der Bundesrepublik Deutschland wird für die Landwirtschaft genutzt. Der Ackerbau macht davon etwa 70 % aus. Für eine wettbewerbsfähige Produktion von pflanzlichen Erzeugnissen sind hohe und sichere Erträge notwendig, die nur erzielt werden können, wenn die Regeln der guten fachlichen Praxis eingehalten werden.
Düngeverordnung
Merkel warnt vor unrealistischen Erwartungen
19.12.2019 — Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat erneut vor unrealistischen Erwartungen an den Verhandlungsspielraum der Bundesregierung im Hinblick auf die anstehende Verschärfung der Düngeverordnung gewarnt. Man dürfe nicht den Eindruck erwecken, als habe man noch monatelang Zeit für wissenschaftliche Analysen, sagte Merkel im Bundestag.

xs

sm

md

lg

xl