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Arbeit auf dem Hof

Melken in der Zukunft

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Stress beim Melken, abgetretene Melkzeuge, schmutzige und schmerzende Euter durch Mastitis - das war gestern! Der Milchviehbetrieb, in dem ich zu Hause bin, macht das Melken für mich so angenehm wie möglich. Für mich hat die Zukunft bereits begonnen - sie ist ein vollautomatisches Melkkarussell. Oh, ich habe ganz vergessen mich vorzustellen: Ich bin Lena, eine hochleistende Milchkuh und ich kann es kaum erwarten euch von unserem neuen Melksystem zu erzählen. Betrete ich das Melksystem beginnt sofort für mich ein stressfreier Melkprozess. Ich stehe fast auf Augenhöhe zum Menschen, er kann also zu jeder Zeit eingreifen, wenn etwas nicht funktioniert. Das Ansetzen, Stimulieren, Reinigen, Trocknen, Vormelken, Melken und das Dippen geschieht alles in nur einem einzigen Arbeitsgang. Ja du hast richtig gelesen, sogar das Dippen geht vollautomatisch.
Meine Zitzen werden zur Vorbeuge gegen Keime und Erreger direkt im Melkbecher gedippt. Anschließend wird der Melkbecher innen und außen gereinigt, so dass meinen Nachfolgern wieder ein frisches und desinfiziertes Melkzeug zur Verfügung steht. Und das Tollste - mein Melkzeug bewegt sich so frei, dass ich während des Melkens nicht ganz stillstehen muss - das Melken wird dadurch nicht gestört. Wie beruhigend für mich zapplige Lena.
Bevor das neue Melksystem eingebaut wurde, habe ich oft meinen Landwirt und eine Servicekraft von GEA reden gehört: die Planung ist das A und O und der Grundstein für das neue Melksystem. Das Melksystem allein würde nicht so gut funktionieren, alles ringsherum muss stimmen. Da sind zum Beispiel die Wege, auf denen wir zum
Melkkarussell gehen oder die Leistungsgruppen, in der wir Kühe zusammen stehen, das Futter, welches wir mögen und letztendlich auch die Gülle - alles muss zueinander passen. Ich kann mich an unser letztes Melksystem erinnern - es war dem jetzigen ähnlich. Nun gibt es einige wichtige Räume zusätzlich - einen Serviceraum, einen Lagerraum für Betriebsmittel und das Wichtigste – einen Leitstand für den "Operator". Der Operator ist die einzige Person die wir noch benötigen. Er begleitet und überwacht
das automatische Melken von seinem Leitstand aus. Aller Anfang ist schwer. Es war für mich und alle anderen Kühe zunächst eine Umstellung auf das neue Melksystem.
Wir Kühe und die Melker haben es gepackt, Schritt für Schritt. Die ersten Tage wurde das Melkzeug sogar noch per Hand an mein Euter angehangen. Alle Mitarbeiter und Melker waren gut vorbereitet, so war es gar nicht so stressig wie erwartet. Vor allem der Weg zum Melken, das Warten im Vorwartehof und auch der Rückweg sind jetzt viel entspannter.
Das ist schön für mich und für die Mitarbeiter. Der Vorwartehof ist ansteigend, somit ist der Zutrieb jederzeit gewährleistet und dabei ganz ruhig.
Eine Sichtschutzwand zwischen Wartehof und Rücktreibegang erleichtert meinen Rückweg in den Stall. Damit es dabei keinen Stau gibt, sind Drahtseile als Abtrennung eingebaut, dadurch können wir Kühe immer mal stehen bleiben. Mit dem Melksystem
hat mich der Landwirt ganz genau im Blick. Die zwei Bildschirme am Eingang und am Ausgang des Melkkarussells halten alles genau fest. Beim Betreten der Plattform werde ich von der Tiererkennung registriert und erscheine auf dem Monitor. Der Operator sieht
dann, wann welche Zitze angehangen wird und den Verlauf des Melkens. Er kennt die
zu melkende Milchmenge, die bereits ermolkene Menge und wann welches Viertel fertig gemolken ist. Der gesamte Melkvorgang wird hier von Anfang bis Ende überwacht. Sollte also irgendwas nicht stimmen, kann der Operator direkt eingreifen.
Ich finde unser neues Melksystem prima. Der Landwirt ist glücklich, weil er durch die Automatisierung Zeit spart und die Spitzentechnik des gesamten Melkprozesses auch eine ausgezeichnete Qualitätsmilch hervorbringt. Ich genieße diesen Komfort – ein ganz entspanntes Melken, wie ich es mir als Milchkuh nur wünschen kann.


Den gesamten Artikel zum Ausdrucken findet ihr hier.


(17.12.2019)
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