EU und China

Abkommen zur Anerkennung von Herkunftsangaben unterzeichnet

Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 
Copyright: shutterstock
Die Europäische Union und China haben gestern in Brüssel ein Abkommen zum gegenseitigen Schutz von geografischen Herkunftsangaben unterzeichnet. Die Übereinkunft umfasst 100 europäische und ebenso viele chinesische Produkte. Laut der Brüsseler Behörde wird das Abkommen nach seiner Unterzeichnung und der Zustimmung durch das Europaparlament vom Rat offiziell angenommen. Erwartet wird, dass es Anfang kommenden Jahres in Kraft treten kann.
Begonnen hatten die betreffenden Verhandlungen zwischen der Brüsseler Kommission und der chinesischen Regierung bereits im Jahr 2006. Eine vorläufige Einigung war bereits im November vergangenen Jahres von den Vertragsparteien in Peking unterzeichnet worden.
Der Kommission zufolge soll die Einigung die entsprechenden Waren vor Nachahmung schützen und so auf beiden Seiten zu Handelsvorteilen und einer steigenden Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Produkten führen. Auf der EU-Liste der in China zu schützenden Produkte finden sich unter anderem "Cava", "Champagner", "Feta", "Irischer Whisky", "Münchener Bier", "Ouzo", "Polska Wódka", "Porto", "Parmaschinken" und "Queso Manchego". Zu den chinesischen Produkten zählen beispielsweise "Bohnenpaste aus Pixian", "Weißer Tee aus Anji", "Reis aus Panjin" und "Ingwer aus Anqiu".
Wie die Kommission außerdem mitteilte, soll der Anwendungsbereich des Abkommens innerhalb von vier Jahren nach dessen Inkrafttreten auf beiden Seiten um jeweils 175 zusätzliche Bezeichnungen erweitert werden. Brüssel betonte, dass auch diese dann zu schützenden Produkte dasselbe Genehmigungsverfahren durchlaufen müssten wie die 100 bereits im Abkommen erfassten.
Nach Kommissionsangaben ist China mittlerweile das zweitgrößte Zielland für Agrar- und Lebensmittelexporte aus der Europäischen Union; im Jahr 2019 erreichten die betreffenden Lieferungen in die Volksrepublik einen Gesamtwert von rund 14,5 Mrd Euro. Wertmäßig ist China auch der zweitwichtigste Importeur von Produkten mit Herkunftsangaben aus der Gemeinschaft. Überdies rechnet Brüssel damit, dass das Interesse an solchen Waren weiter zunehmen wird.
EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski zeigte sich zufrieden mit der erzielten Einigung. Der Pole unterstrich, dass dies auch die Entschlossenheit der EU unterstreiche, mit den weltweiten Handelspartnern wie China eng zusammenzuarbeiten. Zudem seien die europäischen Erzeugnisse mit geografischer Angabe bekannt für ihre Qualität und Vielfalt. Ihr Schutz auf EU- und auf internationaler Ebene sei wichtig, damit ihre Echtheit gewährleistet und das Ansehen dieser Produkte erhalten bleibe. AgE (15.09.2020)
Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

EU-Bedenken Umsetzung der DüV
Bundesregierung bemüht sich um Klärung
29.07.2021 — Nach dem "Mahnschreiben" von EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius zu vermeintlichen Defiziten bei der Umsetzung der novellierten Düngeverordnung in Deutschland hat die Bundesregierung Kontakt zu der Brüsseler Behörde aufgenommen. Die Bundesregierung hofft, die Brüsseler Bedenken ausräumen zu können.
Landwirtschaftszählung 2020
Gut 1,7 Millionen Hektar im Osten in der Hand von Unternehmensgruppen
21.07.2021 — In Deutschland werden mehr als 11 % der landwirtschaftlichen Fläche von Unternehmensgruppen kontrolliert. Der weit überwiegende Anteil davon befindet sich in den neuen Ländern. Das geht aus der Landwirtschaftszählung 2020 hervor, bei der das Statistische Bundesamt (Destatis) erstmals Daten zur Zugehörigkeit landwirtschaftlicher Betriebe zu Unternehmensgruppen ermittelt hat.
EU-Klimapaket "Fit für 55"
Landwirtschaft soll bereits 2035 Klimaneutral sein
15.07.2021 — Mit dem heute von der EU-Kommission vorgestellten Gesetzespaket "Fit für 55" wird auch die Landwirtschaft zur Erreichung der EU-Klimaziele in die Pflicht genommen. Laut dem Verordnungsvorschlag für Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) soll die EU-Landwirtschaft bereits im Jahr 2035 klimaneutral aufgestellt sein.
Versicherungen
Ertragsschadenversicherung (EVT)
Der Schutz vor finanziellen Einbußen bei größeren Tierbeständen. Fälle wie die Afrikanische Schweinepest machen deutlich: Seuchenprophylaxe auf dem eigenen Hof ist wichtig. Wie schnell sind Sie jedoch indirekt von einer Seuche betroffen und z. B. mit einem Vermarktungsverbot belegt! Dann übernimmt eine Ertragsschadenversicherung den finanziellen Ausfall.
Agrarhandel
US-Landwirtschaftsminister Vilsack beklagt Außenhandelsdefizit
14.07.2021 — Trotz einer deutlichen Aufhellung des Gesprächsklimas gibt es zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union in wesentlichen handels- und agrarpolitischen Fragen offenbar nach wie vor deutliche Unterschiede hinsichtlich der Beantwortung.

xs

sm

md

lg

xl