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Digitalisierung

Acht von zehn Bauern setzen bereits modernste Technik ein

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Die deutschen Bauern bleiben Vorreiter bei der Digitalisierung. Laut einer heute vorgestellten repräsentativen Studie im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom, des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und der Landwirtschaftlichen Rentenbank sind Hightech-Landmaschinen, Agrar-Apps, Robotik oder Drohnen heute ein fester Bestandteil der Landwirtschaft. Mehr als acht von zehn landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland setzen digitale Technologien oder entsprechende Anwendungen ein. Weitere 10 % planen oder diskutieren den Einstieg.
"Digitalisierung von einzelnen Prozessen oder Produktionsverfahren ist Alltag in der Landwirtschaft. Auch die neueren digitalen Technologien wie KI, maschinelles Lernen und Big Data werden erfolgreich in der Landwirtschaft eingesetzt", erklärte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken. Gleichzeitig lieferten sie einen guten Ansatz, um die öffentliche Diskussion über die Landwirtschaft zu versachlichen und Verständnis und Akzeptanz für die moderne Landwirtschaft zu schaffen.
"Die landwirtschaftlichen Betriebe müssen steigenden Anforderungen an Tierwohl sowie Umwelt- und Verbraucherschutz gerecht werden und gleichzeitig im Wettbewerb bestehen. Digitale Technologien bieten die Chance, beides zu erreichen", betonte der Sprecher des Vorstands der Landwirtschaftlichen Rentenbank, Dr. Horst Reinhardt. "Digitalisierung macht zwar keinen Regen, kann aber dabei helfen, die verfügbaren Ressourcen möglichst effizient zu nutzen", stellte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder mit Blick auf die aktuelle Trockenheit fest. Auch der Kampf gegen den Klimawandel und die Minderung von Umweltbelastungen sind nach seiner Überzeugung ohne Digitalisierung nicht zu bewältigen.
Wie aus der Befragung von 500 Agrarunternehmern hervorgeht, werden GPS-gesteuerte Landmaschinen mit einem Anteil von 45 % in der Landwirtschaft schon besonders häufig eingesetzt. Unter den Betrieben, die Nutztiere halten, sind intelligente Fütterungssysteme mit 46 % ebenfalls bei fast jedem Zweiten im Einsatz. Rund 40 % aller Landwirte arbeiten mit Agrar-Apps für das Smartphone oder Tablet; 40 % steuern auch ihren Betrieb mithilfe von Farm- oder Herdenmanagementsystemen. Eine intelligente und teilflächenspezifische Ausbringung von Pflanzenschutz- oder Düngemitteln kommt bei jedem Dritten zum Einsatz, während 28 % der Befragten Sensortechnik nutzt. Robotertechnik wird bislang vor allem in Milchviehställen verwendet.
Gemäß der Umfrage sehen fast drei Viertel der Betriebe in der Digitalisierung grundsätzlich eine Chance. Rund 64 % versprechen sich davon langfristige Kosteneinsparungen. Gleichwohl ist die Digitalisierung für mehr als jeden zweiten Landwirt eine große Herausforderung. Vier von zehn Betriebsleitern beklagen zudem einen Mangel an Mitarbeitern mit digitalem Know-how, und 17 % betrachten die Digitalisierung gar als Risiko. Als nachteilig empfinden fast alle Bauern die mit der Digitalisierung verbundenen Investitionskosten. Groß ist auch die Sorge vor Hackerangriffen beziehungsweise um die IT-Sicherheit.
Fast jeder Agrarunternehmer ist laut den Umfrageergebnissen unter bestimmten Voraussetzungen dazu bereit, digital erhobene Betriebsdaten zur Verfügung zu stellen, etwa damit Schäden an Landmaschinen frühzeitig erkannt und behoben werden könnten, wenn sich dafür der bürokratische Aufwand reduzieren ließe oder wenn damit wissenschaftliche Forschungsprojekte zum Wohl der Landwirtschaft unterstützt würden. Vorteile verspricht man sich hiervon auch in Bezug auf die Transparenz und Rückverfolgbarkeit. AgE (27.04.2020)
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