Flutkatastrophe

Ahrwinzer schauen nach vorne

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Nach der Flutkatastrophe im Weinbaugebiet Ahr richten die heimischen Winzer den Blick nach vorne. Der Präsident des Weinbauverbandes Ahr, Hubert Pauly, unterstrich heute gegenüber AGRA-EUROPE den Willen der Betriebe, das Weinbaugebiet Ahr zu erhalten. Stärkend wirke die aktuell "überwältigende" Hilfe aus anderen Weinbauregionen. Der Wiederaufbau des Ahrtals, so wie man es als Weinbau- und Tourismusregion kenne, werde aber wohl drei bis fünf Jahre dauern.


Verbandsgeschäftsführer Dr. Knut Schubert erläuterte die aktuell laufenden Vorbereitungen für die diesjährige Lese, die der Region aufgrund der erheblich erschwerten Bedingungen einen "besonderen Jahrgang" liefern dürfte. Für die kommende Woche sei die seit der Flut zweite, auch diesmal überwiegend per Hubschrauber erfolgende Fungizidbehandlung der Reben in der Region angesetzt. Infolge der instabilen Witterung und des daraus folgenden hohen Pilzdrucks werde voraussichtlich im August eine dritte Spritzung nötig sein.
Die gegenwärtig notwendigen Entblätterungsarbeiten in den Weinbergen kommen Schubert zufolge voran. Das liege unter anderem an den zahlreichen Helfern auch aus anderen Weinbauregionen und der guten Koordination vor Ort. Mit Blick auf die in etwa sieben Wochen anstehende Lese erklärte der Verbandsgeschäftsführer, dass man derzeit an der Klärung zahlreicher Fragen arbeite. Neben der Beschaffung von mindestens 1 000 fehlenden Lesescheren sowie von Erntekisten und Traktoren müsse die coronakonforme Unterbringung der Erntehelfer zum Beispiel in einem Containerdorf geregelt werden.
Weinbaurechtlich werde die Frage erläutert, ob und wie eine Erzeugerabfüllung vor Ort möglich sei, so Schubert. Wo die Trauben gepresst werden könnten, sei noch ungeklärt. Weil die meisten Betriebe keine Kellereinrichtung mehr hätten, müsse man sich über zentrale Kelterstandorte Gedanken machen. Ohnehin seien die Lese und das Keltern in diesem Jahr "Gemeinschaftsaufgaben" der Winzer, betonte Schubert. Damit die Region am Markt bleibe, würden vermarktungsfähige Flaschen früherer Jahrgänge von den Winzern jetzt in den Verkauf gegeben. AgE (02.08.2021)
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