Versorgungssicherheit

Anbau aller Feldfrüchte auf Stilllegungsflächen soll erlaubt werden

Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 
Copyright: Shutterstock
Die Europäische Kommission plant, auf Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) den Anbau aller Ackerkulturen, also auch von Halmgetreide und Mais, zuuzulassen. Dies geht aus einem aktuellen Mitteilungsentwurf der Behörde zur Sicherstellung der Lebensmittelsicherheit hervor, der Morgen in Brüssel vorgestellt werden soll. Bisher hatte EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski erklärt, dass lediglich Proteinpflanzen ohne Einschränkungen angebaut werden dürften und die Beweidung der Brachflächen zugelassen sein sollen.


Bei der gestern Abend abgehaltenen Abschlusspressekonferenz zum EU-Agrarrat wollte sich der Brüsseler Agrarchef allerdings keine Details nennen und verwies auf die noch anstehende Entscheidung des Kommissarkollegiums bei dieser Frage. In dem Entwurf der Mitteilung heißt es, dass über einen Durchführungsrechtsakt den Mitgliedstaaten "ausnahmsweise und vorübergehend" ermöglicht werden solle, von "bestimmten Greening-Verpflichtungen" abzuweichen.
Insbesondere könne der Anbau "beliebiger Kulturen" auf brachliegenden Flächen, die Teil der ÖVF sind, im Jahr 2022 zugelassen werden. Unklar scheint derweil, ob dies auch die Nutzung konventioneller Anbaumethoden wie die Gabe von Pflanzenschutzmitteln oder mineralischer Düngemittel einschließt. Klare Aussagen finden sich in dem Mitteilungsentwurf nicht. Des Weiteren wird betont, dass die Höhe der Greening-Zahlungen beibehalten werden solle.
In diesem Zusammenhang unterstrich Wojciechowski auf Nachfrage, dass die für Morgen erwartete Vorstellung des Gesetzes zur Begrenzung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes nicht stattfinde. Zuletzt hatte unter anderem die Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) die Kommission aufgefordert, aufgrund des Ukraine-Kriegs zunächst auf Vorschläge zu verzichten, die die Lebensmittelproduktion potentiell einschränken könnten. Keine Angaben machte der Agrarkommissar hinsichtlich des angekündigten Gesetzesvorschlags zur Ausweitung von Naturschutzgebieten. AgE (23.03.2022)
Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

Photovoltaik
Ausschreibung für Freiflächenanlagen deutlich unterzeichnet
30.06.2022 — Die zweite Ausschreibungsrunde in diesem Jahr für Photovoltaik-(PV)-Freiflächenanlagen gemäß des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist deutlich unterzeichnet worden. Wie die Bundesnetzagentur als zuständige Behörde heute mitteilte, wurde zum Gebotstermin 1. Juni 2022 ein Volumen von 1 126 MW ausgeschrieben.
Geplante Pflanzenschutz-Ziele
Rukwied: "EU-Kommission hat den Schuss nicht gehört"
27.06.2022 — Als "nicht mehr nachvollziehbar" hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, die Pläne der EU-Kommission zur pauschalen Reduzierung des chemischen Pflanzenschutzes kritisiert. Er sei "mehr als schockiert" über die Ankündigung der Kommission, den Mitteleinsatz bis 2030 um die Hälfte senken zu wollen, erklärte Rukwied heute bei der Erntepressekonferenz auf Gut Kemlitz bei Dahme.
EU-Naturwiederherstellung
10 Prozent der Agrarflächen bis 2030 für Landschaftselemente
23.06.2022 — Bis zum Jahr 2030 sollen 10 % der Agrarflächen in der Europäischen Union mit Landschaftselementen im Sinne des Naturschutzes aufgewertet werden. Das geht aus dem heute von der EU-Kommission vorgelegten Gesetzesvorschlag zur Wiederherstellung Europas geschädigter Natur hervor.
Altersvorsorge
Altersvorsorge
Die R+V und der Deutsche Bauernverband e.V. (DBV) haben gemeinschaftlich das Landwirtschaftliche Versorgungswerk eingerichtet. Ziel ist die Absicherung und Vorsorge der Betriebsleiter, der mitarbeitenden Familienangehörigen und der Mitarbeiter zu Sonderkonditionen.
Bauerntag
Özdemir bekennt sich zur Tierhaltung in Deutschland
15.06.2022 — Ein Bekenntnis zur hiesigen Nutztierhaltung hat Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir abgegeben. "Die landwirtschaftliche Tierhaltung in Deutschland braucht eine Zukunft", sagte der Grünen-Politiker auf dem Bauerntag heute in Lübeck. Eine Kreislaufwirtschaft sei sonst weder denkbar noch möglich, so der Minister, der zur Mitarbeit an einer von seinem Haus geplanten Wirtschaftsdüngerstrategie aufrief.

xs

sm

md

lg

xl