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Afrikanische Schweinepest

Bau von Wildschutzzäunen abgeschlossen

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Die Zahl der mit Afrikanischer Schweinepest (ASP) infizierten Wildschweine in Brandenburg und Sachsen ist bis gestern auf 193 Fälle angewachsen. Um eine weitere Verbreitung des Virus zu stoppen, werden in verschiedenen Bundesländern teilweise feste Wildschutzzäune errichtet und ab heute Prämien für den Wildschweineabschuss erhöht. In Brandenburg ist nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums die doppelte Umzäunung des ersten Kerngebiets in den Landkreisen Oder-Spree und Spree-Neiße fast abgeschlossen. Zur Einfriedung der "weißen Zone" wurden rund 125 Zaunkilometer verbaut und innerhalb der Zone 120 Lebendfallen aufgestellt.


"Ziel unserer Maßnahmen ist die zügige, möglichst vollständige Entnahme des Schwarzwildes in der weißen Zone, so dass so die Infektionsketten wirksam durchbrochen werden können und sich die ASP möglichst nicht weiter nach Westen ausbreitet", erklärte die Leiterin des ASP-Landeskrisenstabs, Anna Heyer-Stuffer. Brandenburgs Agrarstaatssekretärin Silvia Bender erläuterte, dass nach dem ersten bestätigten ASP-Fall keine Jagd betrieben werden durfte, um die Tiere nicht aufzuscheuchen. "Mit dem Zaunschluss wird die Tierseuchenbekämpfung nun mit jagdlichen Maßnahmen fortgesetzt", so Stuffer.
In Mecklenburg-Vorpommern konnte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus gestern bei Pomellen den letzten Pfahl des 63 km langen Wildschutzzauns entlang der polnischen Grenze gegen den Eintrag der ASP einschlagen. "Eigentlich mag ich keine Zäune. Aber dieses temporäre Bauwerk, es soll ja nicht länger als fünf Jahre stehen, ist ein wesentliches Element unserer Schutzstrategie gegen die ASP", erklärte der Minister. Doch damit sei die Gefahr nicht gebannt. An die Schweinehalter appellierte Backhaus, die Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Die Jäger rief er auf, die Wildschweinebestände weiter zu verringern, wozu als Anreiz die Aufwandsentschädigung für erlegte Tiere ab Dezember auf 50 Euro verdoppelt wurde.
Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber konnte gestern ebenfalls die Fertigstellung der festen ASP-Schutzzäune in Nord- und Ostbayern verkünden. Auf insgesamt 500 km wurden diese entlang der Bundesautobahnen im Grenzgebiet zu Thüringen, Sachsen und der Tschechischen Republik überprüft, in Stand gesetzt und vorhandene Lücken geschlossen. "Wir tun alles, um Bayern bestmöglich zu schützen. Die Zäune sorgen für ein neues Sicherheitsniveau und einen bestmöglichen Schutz", betonte Glauber. Der Ausbau an weiteren Autobahnen, insbesondere in Richtung Österreich, sei im nächsten Jahr geplant. Um einen weiteren Anreiz für eine verstärkte Bejagung zu bieten, hat das Kabinett ab 1. Dezember eine bayernweit erhöhte Abschussprämie von 70 Euro pro Wildschwein beschlossen. In den grenznahen Landkreisen zu Thüringen, Sachsen und Tschechien bleibt die Aufwandsentschädigung von 100 Euro für das Jagdjahr 2020/21 bestehen. AgE (01.12.2020)
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