ASP in Brandenburg

Bauern und Jäger sehen bei der Seuchenbekämpfung noch Luft nach oben

Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 
Copyright: Fotolia
Ein Jahr nach dem erstmaligen Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Land haben der Landesbauernverband (LBV) und der Landesjagdverband (LJVB) Brandenburg von der Politik mehr Einsatz gegen diese Tierseuche eingefordert. Beide Verbände pochten heute auf die schnellstmögliche Fertigstellung des zweiten Wildzauns an der Grenze zu Polen, um den Seuchendruck aus dem Nachbarland zu minimieren. Auf keinen Fall dürften sich die schon zwölf Wochen anhaltenden Baumaßnahmen über viele weitere Monate hinziehen, so LBV-Präsident Henrik Wendorff und LJVB-Präsident Dr. Dirk Henner Wellershoff heute in Teltow. Notfalls müsse dafür auch nachts gearbeitet werden.


Unabhängig davon fordert der LBV dringend ein Unterstützungsprogramm für die Schweinehalter in den ASP-Gebieten. Dieses sollte nach seinen Vorstellungen auch den Ausgleich von Verlusten aufgrund behördlicher Anordnungen sowie die Förderung einer vorübergehenden Teilbetriebsstilllegung enthalten. "Ansonsten geht uns dort die Schweinehaltung für immer verloren", warnte Wendorff. Ihm zufolge sind sich Landwirte und Jäger auch darüber einig, dass die konsequente Schwarzwildbejagung der Schlüssel zur Tilgung der ASP ist und dass die "weißen Zonen" möglichst wildschweinfrei werden müssten.
Als Voraussetzung dafür nennt der Landesjagdverband die Bereitstellung von mobilen Kühlzellen in ausreichender Zahl sowie eine attraktive Abnahmegarantie des Landes für erlegtes Schwarzwild aus dem gefährdeten Gebiet. "Wir wissen um die Erwartungen an uns Jäger. Deshalb haben wir ein Online-Portal aufgelegt, in dem Jäger aus dem gefährdeten Gebiet Kontakt zu anderen Jägern aufnehmen können, um sich Unterstützung bei der äußerst zeitintensiven Wildschweinjagd zu organisieren", erklärte Wellershoff. Dennoch müsse klar sein, dass kein Jagdausübungsberechtigter ein Wildschwein erlege, das er danach nicht sinnvoll und mit einem vertretbaren Aufwand verwerten könne. AgE (10.09.2021)
Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

Afrikanische Schweinepest
Neuer ASP-Fund in der Uckermark außerhalb alter Kernzone
17.09.2021 — Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich im Norden von Brandenburg weiter aus. Das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigte gestern den Fund eines infizierten Frischlings, der als Fallwild auf dem Gebiet von Blumenhagen, einem Ortsteil von Schwedt/Oder, nur wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt gefunden wurde.
Sonder-AMK zur ASP
Länder fordern Bundesförderprogramm für schweinehaltende Betriebe
01.09.2021 — Ein größeres finanzielles Engagement zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) fordern ostdeutsche Landwirtschaftsminister von der Bundesregierung. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner müsse vorbeugende Maßnahmen in Bezug auf die weitere Verbreitung der Tierseuche ernster nehmen und die betroffenen Bundesländer bei der Umsetzung dieser Maßnahmen finanziell unterstützen.
Afrikanische Schweinepest
Jäger fordern bessere Bekämpfung
01.09.2021 — Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat den "ineffektiven Flickenteppich von Zuständigkeiten und Vorschriften" bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) kritisiert. Eine Eindämmung der Tierseuche sei nur möglich, wenn Ausbruchsherde künftig schnell isoliert würden, heißt es in einem 16-Punkte-Papier.
Altersvorsorge
Altersvorsorge
Die R+V und der Deutsche Bauernverband e.V. (DBV) haben gemeinschaftlich das Landwirtschaftliche Versorgungswerk eingerichtet. Ziel ist die Absicherung und Vorsorge der Betriebsleiter, der mitarbeitenden Familienangehörigen und der Mitarbeiter zu Sonderkonditionen.
Afrikanische Schweinepest
Mehr als 2 000 Virusnachweise im Wildschweinbestand
27.08.2021 — Die Zahl der nachweislich mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierten Wildschweine in Deutschland hat die Marke von 2 000 überschritten. Laut Daten des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) gab es bis bisher 2 013 Nachweise bei Wildschweinen, drei in Hausschweinehaltungen.

xs

sm

md

lg

xl