Strukturdaten 2023

Biolandwirtschaft wächst langsamer

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Das Wachstum des Ökolandbaus hat sich auch in Deutschland zuletzt verlangsamt. Das geht aus den vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) am Montag (8.7.) veröffentlichten Strukturdaten zum Ökolandbau 2023 hervor. Demnach hat sich der Anteil des nach biologischen Kriterien bewirtschafteten Areals an der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) um 0,2 Prozentpunkte auf nun 11,4% erhöht. 2022 hatte der Zuwachs noch 0,3 Prozentpunkte betragen. Ökologisch bewirtschaftet wurden vergangenes Jahr bundesweit rund 1,89 Mio. Hektar LF, was einem Plus von knapp 29.400 Hektar oder 1,6% entsprach.
Der Bioanteil bei den Betrieben war weiterhin etwas größer als der an der Fläche. Laut BMEL waren 14,4% aller Höfe 2023 ökologisch zertifiziert; das waren 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die Anzahl nahm allerdings erstmals ab und ging um etwa 0,5% auf 36.680 Betriebe zurück.
Die parlamentarische Staatssekretärin im BMEL, Dr. Ophelia Nick, verwies auf die bereits umgesetzten Fördermaßnahmen für die Biolandwirtschaft. Man bringe eine "Bio-Strategie 2030" auf den Weg, stärke die Außer-Hausverpflegung mit ökologischen Lebensmitteln, fördere die Forschung und habe in der Tierhaltungskennzeichnung eine eigene Bio-Stufe eingeführt. Der Trend zu mehr Bio setze sich auch deshalb in "Zeiten voller Unsicherheiten" fort, so die Grünen-Politikerin.
Aufwärtstrend ungebrochen
Auch die Vorstandsvorsitzende des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Tina Andres, sieht in den Zahlen die Entwicklung zu mehr Bio bestätigt. "Zwar sind die ökologisch bewirtschafteten Flächen im letzten Jahr nur geringfügig angestiegen und die Zahl der Bio-Betriebe hat einen minimalen Rückgang verzeichnet", so Andres. Der „allgemeine Aufwärtstrend“ bleibe jedoch ungebrochen. Dennoch müsse Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir die neu hinzugekommenen Biobetriebe nun bestmöglich unterstützen. Auch das Ziel nach 30% Bio bis 2030 müsse von der "gesamten Bundesregierung" getragen werden, mahnte der BÖLW.
Andres forderte, dass künftig 70% der Mittel der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für "wirksame Umwelt-, Klima- und Tierschutzmaßnahmen" reserviert werden. Zudem müssten noch mehr Agrarforschungsgelder in den Biobereich fließen und das Versprechen über mehr Bio in der Außer-Haus-Verpflegung konsequent umgesetzt werden. Und schließlich dürfe das europäische Gentechnikrecht nicht dereguliert werden, so die Vorstandsvorsitzende des Bio-Spitzenverbandes. AgE (10.07.2024)
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