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Kartoffeln

Ernte 2020 wohl deutlich über Vorjahresergebnis

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Die diesjährige Kartoffelernte wird wahrscheinlich deutlich über der trockenheitsbedingt niedrigen Vorjahresmenge liegen. Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium heute in Berlin mitteilte, beziffert der Sachverständigenausschuss von Bund und Ländern zur "Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung" das Kartoffelaufkommen im Rahmen einer vorläufigen Schätzung auf 11,6 Mio t; damit würde das Volumen von 2019 um 8,9 % übertroffen, der Mehrjahresdurchschnitt um 8,3 %. Den durchschnittlichen Hektarertrag sehen die Fachleute mit Verweis auf die bisherigen Rodeergebnisse bei 420 dt Kartoffeln; das wäre zwar mehr als der Vorjahresertrag; der Mehrjahresdurchschnitt würde aber um 1,6 % verfehlt.


Nach Angaben des Agrarressorts wurde die Anbaufläche von Speise-, Verarbeitungs- und Industriekartoffeln in Deutschland zuletzt erneut ausgedehnt, und zwar im Vorjahresvergleich um 1,2 % auf insgesamt fast 275 000 ha. Spitzenreiter beim Anbau bleibe Niedersachsen mit einem Anteil am gesamten Kartoffelareal von 45 %, gefolgt von Bayern mit 16 % und Nordrhein-Westfalen mit 13 %. Nach Schätzungen der Organisation Nordwesteuropäischer Kartoffelanbauer (NEPG) werden auf knapp 190 000 ha der deutschen Anbaufläche Konsumkartoffeln erzeugt.
Wie das Ministerium mit Blick auf den Kartoffelmarkt erklärte, ist der Bedarf an Verarbeitungskartoffeln, insbesondere für die Herstellung von Tiefkühl-Pommes frites, in den vergangenen Monaten im Zuge der Corona-Krise deutlich gesunken. Auslöser dieser negativen Entwicklung sei der weitgehende Wegfall des Außer-Haus-Verzehrs im Zuge des Lockdowns gewesen. Allerdings hätten die privaten Haushalte im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund 15 % mehr Speisekartoffeln eingekauft. Mit der Wiedereröffnung gastronomischer Angebote habe sich die Nachfrage nach Schälkartoffeln und verarbeiteten Kartoffelerzeugnissen zwar erholt, aber das Vor-Corona-Niveau sei noch nicht erreicht.
Der Deutsche Kartoffelhandelsverband (DKHV) gab mit Blick auf die laufende Ernte zu bedenken, dass die tatsächlich verfügbare Kartoffelmenge vor allem von der Qualität der Knollen abhänge. Ein Teil der Ernte müsse noch unter Trockenstress geborgen werden. Außerdem erfolge die Kartoffellagerung erstmals ohne die bewährte Keimhemmung; die Effizienz neuer Methoden müsse sich noch beweisen, so der DHKV. AgE (25.09.2020)
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