Ukraine

Ernte von Wintergerste hat im Süden des Landes begonnen

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In der Ukraine hat die Getreideernte unter Kriegsbedingungen begonnen. Nach Angaben des Nachrichtendienstes Ukrinform sind die ersten Wintergerstenbestände in der Region Odessa und im ukrainischen Teil Bessarabiens druschreif und werden seit dem Wochenende geborgen.
Beim Ukrainischen Agrarrat (VAR), der landesweit etwa 1 100 Unternehmen mit insgesamt rund 3,5 Mio ha Anbaufläche vertritt, wächst unterdessen die Sorge, was die Lagerung der neuen Ernte betrifft. Der Verbandsvorsitzende Andriy Dykun schätzt die aktuellen Bestände an Getreide und Ölsaaten aus der Ernte 2021 immer noch auf bis zu 23 Mio t. Er wies darauf hin, dass die Agrarexporte im Mai wegen der russischen Blockade der ukrainischen Schwarzmeerhäfen mit 1,7 Mio t nicht einmal ein Drittel der sonst üblichen Ausfuhrmengen erreicht habe. Damit sei klar, dass die vorjährigen Lagerbestände bis zur Haupternte in zwei bis drei Wochen nicht mehr geräumt werden könnten.
Dykun geht davon aus, dass im Herbst für mindestens 10 Mio t kein professioneller Lagerraum zur Verfügung stehen wird. Er regt deshalb an, jetzt schnellstmöglich die Voraussetzungen für provisorische Lagermöglichkeiten zu schaffen und Kunststoffschläuche oder Silobags in möglichst großer Zahl zu importieren. Ungeachtet dessen drängt der Agrarrats-Vorsitzende darauf, alles für die Aufhebung der Hafenblockade und die Wiederaufnahme der Exporte über die Seehäfen zu unternehmen. Ansonsten drohe der Verlust großer Mengen an Getreide, da Provisorien nur für eine kurze Lagerzeit geeignet seien.
Derzeit sieht es trotz der in der vergangenen Woche erfolgten russischen Offerte zur Freigabe der Schwarzmeerhäfen aber nicht nach einer schnellen Lösung aus. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellte am Wochenende noch einmal klar, dass man nur dann der Minenräumung der Hafengebiete und der Schaffung eines Transitkorridors im Schwarzen Meer zustimmen werde, wenn dieser von „Staaten, denen wir vertrauen können“, gesichert werde. Den russischen Vorschlägen traue er jedenfalls nicht, betonte Selenskyj. Er will daher weiter an alternativen Transportrouten arbeiten und die Kapazitäten für Export per Bahn, Lkw oder Schiffen über die Donau ausbauen. AgE (14.06.2022)
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