Afrikanische Schweinepest

Erster Fall in Norditalien

Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 
Copyright: Fotolia
Auf dem italienischen Festland hat es einen ersten Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gegeben; bisher war die Tierseuche auf die Insel Sardinien beschränkt. Wie italienische Medien und die Online Plattform "Pig Progress" berichten, wurde das Virus am vergangenen Freitag bei einem tot aufgefundenen Wildschwein bei Ovada in der Region Piemont vom Nationalen Referenzzentrum für Schweinepest (Cerep) des Experimentellen Zooprophylaktischen Instituts von Umbrien und Marken nachgewiesen. Bei der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und dem Tierseucheninformationssystem der Europäischen Union (ADIS) war der Fall heute aber noch nicht offiziell angezeigt.
Gegenüber der Presse kündigte der Regionalrat für Gesundheit der Region Piemont, Luigi Genesio Icardi, an, jetzt mit äußerster Schnelligkeit zu handeln. "Die sofortige und koordinierte Umsetzung von Bekämpfungsmaßnahmen bei Wildschweinen ist von grundlegender Bedeutung, um die Krankheit so weit wie möglich einzudämmen und auszurotten", betonte der Experte. Wie im nationalen Plan für Seuchennotfälle vorgesehen, werde umgehend mit der Einrichtung von Krisenstäben auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene begonnen. Zudem werde das Infektions- beziehungsweise Überwachungsgebiet klar definiert.
Analysten befürchten, dass Italien nun ein ähnliches Schicksal wie Deutschland droht. Es sei damit zu rechnen, dass Drittländer den Import von italienischem Schweinefleisch blockieren werden. Laut EU-Kommission hat Italien in den ersten zehn Monaten des Jahres 2021 rund 125 000 t Schweinefleisch einschließlich Nebenerzeugnissen in Drittländer verkauft.
Gänzlich frei von ASP war Italien allerdings nie, da das Virus auf der Insel Sardinien seit Jahrzehnten endemisch ist. Dort gab es laut ADIS im vergangenen Jahr 14 Nachweise bei Wildschweinen und einen Ausbruch in einem Hausschweinbestand. Wie das Virus nach Norditalien gelangen konnte, ist unklar. Da der Ausbruchsort weit von Sardinien entfernt liegt, dürfte der Faktor Mensch eine Rolle spielen. AgE (11.01.2022)
Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

Afrikanische Schweinepest
Nordrhein-Westfalen verstärkt die Tierseuchenprävention
09.08.2022 — Mit gemeinsamer Kraft wollen sich Politik und Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) entgegenstellen. Wie das Agrarressort in Düsseldorf heute mitteilte, wurde sich darauf verständigt, zusätzliche Präventivmaßnahmen einzuführen.
Afrikanische Schweinepest
Backhaus fordert mehr Unterstützung vom Bund
05.07.2022 — Mit Blick auf die gleich in zwei deutschen Regionen wieder aufgeflammte Afrikanische Schweinepest (ASP) hat Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus die Schweinehalter zu höchster Wachsamkeit aufgerufen. "Die Biosicherheit muss höchste Priorität haben", betonte Backhaus heute in Schwerin, nach dem die ASP in Betrieben im Emsland und der Uckermark ausgebrochen ist.
Afrikanische Schweinepest
Ausbruch im Landkreis Emsland
04.07.2022 — In einem schweinehaltenden Betrieb im Landkreis Emsland ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) nachgewiesen worden. Wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium am Freitag Abend mitteilte, liegt der Befund des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) seit heute vor. Betroffen ist ein Sauen haltender Betrieb in der Gemeinde Emsbüren im südlichen Emsland mit 280 Sauen und 1.500 Ferkelaufzuchtplätzen.
Versicherungen
Ertragsschadenversicherung (EVT)
Der Schutz vor finanziellen Einbußen bei größeren Tierbeständen. Fälle wie die Afrikanische Schweinepest machen deutlich: Seuchenprophylaxe auf dem eigenen Hof ist wichtig. Wie schnell sind Sie jedoch indirekt von einer Seuche betroffen und z. B. mit einem Vermarktungsverbot belegt! Dann übernimmt eine Ertragsschadenversicherung den finanziellen Ausfall.

xs

sm

md

lg

xl