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Afrikanische Schweinepest

Exportmärkte für deutsches Schweinefleisch brechen weg

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Nach dem ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein in Deutschland haben sich die Befürchtungen über einen Verlust von zahlreichen Exportmärkten in Drittländern erfüllt. Nachdem als erstes Land Südkorea die Einfuhr von lebenden Schweinen sowie Schweinefleisch und dessen Produkten wegen des Verlusts des Status "ASP-frei" gestoppt hatte, folgten am Wochenende auch Japan und Deutschlands wichtigster Drittlandskunde China. Damit sind gut zwei Drittel der Drittlandsexporte blockiert, wenn nicht noch mehr, denn auch Mexiko, Singapur, Argentinien und Brasilien sollen die Einfuhr gestoppt haben.


"Der Exportstopp für China macht uns große Sorge. China ist unser wichtigster Exportmarkt für Schweinefleisch außerhalb der EU. Das gilt besonders für Teile, die hier kaum verzehrt werden", erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied. Es müsse jetzt alles getan werden, um die ASP bei Wildschweinen zu bekämpfen und eine Ausbreitung zu verhindern. Der Bauernverband begrüße sehr, dass die Bundesregierung intensive Gespräche mit China über eine Regionalisierung führe. Es müsse wenigstens mittelfristig möglich sein, dass aus ASP-freien Gebieten weiter Schweinefleisch geliefert werden könne, so der DBV-Präsident.
Aufgrund des aufkommenden Marktdruckes hat die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) am vergangenen Freitag die deutsche Leitnotierung für Schlachtschweine um 20 Cent auf 1,27 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) nach unten korrigiert. "Die drastische Senkung der Erzeugerpreise vom Freitag ist überzogen und inakzeptabel. Die Krise darf von den Verarbeitern und vom Handel nicht zu Lasten der Bauern ausgenutzt werden", warnte Rukwied.
Der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), Dr. Torsten Staack, erklärte, dass mit der Importsperre Chinas das eingetreten sei, "was viele befürchtet hatten". Bereits seit vergangenem Donnerstag seien keine Veterinärzertifikate für den Export mehr ausgestellt worden, da Deutschland die ASP-Freiheit verloren habe. Der herbe Rückgang der VEZG-Notierung habe diesen Umstand und auch weitere Sperrungen in anderen Drittlandsmärkten bereits mit eingepreist. "Eine weitere Verschärfung der Lage ist das daher nicht.", erläutert Staack. Jetzt gelte es, in der Fleischvermarktung schnell alternative Vermarktungsmöglichkeiten zu schaffen. Angesichts des derzeitigen Preisniveaus müsste es auch gelingen, andere Absatzventile zeitnah aufdrehen zu können. Wichtig sei jedoch außerdem, dass flankierend die Verhandlungen mit den Drittstaaten weitergeführt würden, um Lösungen für die Öffnung der nun gesperrten Märkte zu finden. AgE (14.09.2020)
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