Klimaschutz

Forstverbände fordern "Mindestlohn" für den Wald

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Ihre Forderung nach eine Vergütung der Klimaschutzleistung der Wälder haben die "Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) - Die Waldeigentümer" und die Familienbetriebe Land und Forst erneuert und mit konkreten Zahlen unterlegt. Nach der Vorstellung der Verbände sollte sich die Vergütung am CO2-Preis von 25 Euro/t orientieren und somit pro Jahr und Hektar 112,50 Euro betragen. Umgerechnet auf den Baumbestand würde das einem "Mindestlohn" von rund 1,5 Cent pro Baum entsprechen. Bezogen auf insgesamt rund 11,4 Mio ha Wald in Deutschland würde die Honorierung laut den Verbänden damit nicht einmal 5 % der Investitionen aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) umfassen und sicherstellen, dass die Wälder auch künftig nachhaltig bewirtschaftet werden könnten und somit einen zentralen Beitrag zum Klimaschutz leisteten.


"Unsere Wälder haben in den letzten Jahren durch Trockenheit, durch Schädlinge und Waldbrände extrem gelitten, deshalb brauchen sie mehr denn je unsere Pflege", erklärte AGDW-Präsident Hans-Georg von der Marwitz heute in Berlin. Der Wald arbeite 365 Tage im Jahr, sieben Tage die Woche rund um die Uhr dafür, CO2 zu binden und sei "unser größter Klimaschützer". Wenn jetzt nicht in den Wald investiert werde, würden die nächsten Generationen die Folgen zu tragen haben, warnte von der Marwitz.
Laut dem Präsidenten der Familienbetriebe Land und Forst, Max von Elverfeldt, haben Extremwetterereignisse in den vergangenen drei Jahren Schäden in den Wäldern in einer Höhe von insgesamt rund 13 Mrd Euro verursacht. Kranke Wälder könnten nicht effektiv gegen den Klimawandel arbeiten, deshalb müsse dringend gehandelt werden. An die nächste Bundesregierung richteten die Verbandspräsidenten die Forderung, sich zur nachhaltigen Nutzung der Wälder zu bekennen und den "Mindestlohn für den Wald" endlich umzusetzen. AgE (13.10.2021)
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