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Corona-Masseninfektion

Gemüsebetrieb in Mamming komplett unter Quarantäne

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Erneut hat sich ein landwirtschaftlicher Großbetrieb zu einem Corona-Hot Spot entwickelt. Auf einem großen Gemüsehof im niederbayerischen Mamming haben sich insgesamt 174 Erntehelfer mit dem Virus infiziert. Das zuständige Landratsamt Dingolfing-Landau stellte den Betrieb am Wochenende nach der Masseninfektion unter Quarantäne. Betroffen davon sind rund 500 Menschen, die das Betriebsgelände nicht verlassen dürfen. Mittlerweile wurde der gesamte Hofbereich mit einem Bauzaun abgesperrt; das strikte Ausgehverbot wird von einem Sicherheitsdienst überwacht.
Landrat Werner Bumeder wies gestern darauf hin, dass der Landwirt offenbar das bestehende Hygienekonzept nicht ordnungsgemäß umgesetzt habe. Die vorgesehene Einteilung der Saisonarbeiter in Gruppen mit jeweils 25 Personen sei nicht erfolgt. Die infizierten Erntehelfer stammen laut Bumeder aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Ukraine. Den Mamminger Bürgern wurden jetzt kostenlose Corona-Tests angeboten.
Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml startete gestern als Reaktion auf die Masseninfektion eine neue Testoffensive in landwirtschaftlichen Großbetrieben. "Ziel des neuen Untersuchungsprogramms ist es, größeren Ausbruchsgeschehen wie aktuell in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Mamming vorzubeugen". erklärte die Ministerin. Sie verwies auf die umfangreichen Reihentestungen in Schlachthöfen, die in den vergangenen Wochen stattgefunden hätten. "Wir wissen jetzt, dass die Reihentestungen ein richtiger Schritt waren. Damit gab es die Möglichkeit, unerkannte erkrankte Personen zu entdecken und damit die Entstehung von Infektionsketten zu verhindern", so die Ministerin.
Der Geschäftsführer der Grünen im bayerischen Landtag, Jürgen Mistol, warf der Landesregierung hingegen Gleichgültigkeit hinsichtlich der hygienischen Zustände bei der Unterbringung von Saisonarbeitskräften in Sammelunterkünften vor. Das zeige eine aktuelle Antwort auf seine diesbezügliche Anfrage. Solange hier nicht näher hingeschaut und eine wirksame Kontrollstruktur mit konsequenter Ahndung von Verstößen eingezogen werde, gebe es bei der landwirtschaftlichen Ernte "einen gefährlichen schwarzen Fleck", kritisierte Mistol. Dies könnte sich bitter rächen, wenn solche lokalen Infektionsgeschehen ausgriffen und regionale Lockdowns angeordnet werden müssten. AgE (27.07.2020)
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