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Afrikanische Schweinepest

Sechs Monate ASP in Deutschland und kein Ende in Sicht

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Auch ein halbes Jahr nach dem ersten Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein in Brandenburg reißt die Kette der Neuinfektionen beziehungsweise diejenige der Funde von infizierten Kadavern nicht ab. Im Gegenteil, das Seuchengeschehen hat sich in der zweiten Märzwoche verschärft, und es gab erneut auch Fallwildfunde außerhalb der bisherigen Kernzone. Laut Angaben des Tierseucheninformationssystems des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) kamen in der vergangenen Woche bis zum Freitagmorgen (12.3.) 41 neue ASP-Fälle in Brandenburg und Sachsen hinzu. Die Gesamtzahl der Nachweise in Deutschland stieg damit auf 823, davon 758 in Brandenburg und 65 in Sachsen. Wie das zuständige Brandenburger Sozialministerium am Donnerstag (11.3.) berichtete, wurde im Landkreis Spree-Neiße ein Tier in der Nähe von Zelz auf der östlichen Seite der festen Wildschweinbarriere entlang der Grenze zu Polen gefunden. Zudem wurde bei Werbig im Kreis Märkisch-Oderland ein Kadaver im gefährdeten Gebiet positiv getestet; in Frankfurt an der Oder gab es einen zweiten Fund eines toten ASP-Wildschweins im nördlichen Stadtgebiet, innerhalb eines temporär aufgestellten Elektrozauns.

"Gerade die Funde entlang von Oder und Neiße zeigen, wie stark der Seuchendruck aus Polen nach wie vor ist. In allen Fällen starten wir sofort mit einer intensiven Fallwildsuche um die Fundstellen, um die eventuelle Ausbreitung festzustellen", erklärte die Leiterin des Brandenburger ASP-Krisenstabs, Anna Heyer-Stuffer. Ihr zufolge werden im Kreis Märkisch Oderland die Restriktionszonen angepasst, das heißt erweitert. Der Fundort werde sofort mit einem Elektrozaun, der später durch einen festen Zaun ersetzt werde, umzäunt.
Angesichts des aktiven Seuchengeschehens in Brandenburg und Sachsen rief Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser die breite Öffentlichkeit nochmals dazu auf, im Zusammenhang mit der ASP extrem umsichtig zu agieren. „Wir müssen die ASP durch gemeinsame Vorsorge eindämmen“, betonte die Ministerin. So könne das richtige Verhalten der Menschen auf Reisen die Ausbreitung der Tierseuche verhindern. Zudem müssten Biosicherheitsmaßnahmen in schweinehaltenden Betrieben strikt eingehalten werden. Auch die intensive Bejagung von Wildschweinen könne präventiv einer Ausbreitung vorbeugen. „Für den Fall, dass sich die ASP weiter nach Westen ausweiten sollte, ist Nordrhein-Westfalen gut aufgestellt und sofort einsatzfähig", stellte Heinen-Esser zugleich fest. Es seien bereits eine Vielzahl von Vorsorgemaßnahmen ergriffen worden (19.03.2021)
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