Tierhaltung

Spaniens Schweinebestand wächst in der Krise

Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 
Copyright: Shutterstock
Die Schweinehalter in der Europäischen Union haben in diesem Jahr mit stark gestiegenen Futter- und anderen Produktionskosten zu kämpfen und bauen ihre Tierbestände ab. Jüngst hat Danish Crown mitgeteilt, wegen des geringeren Schlachtaufkommens Kapazitäten herunterzufahren und Mitarbeiter zu entlassen. Doch Spaniens Schweineproduktion scheint weiter zu wachsen, wenn auch mit deutlich langsamerem Tempo als zuvor. Nach vorläufigen Angaben des spanischen Landwirtschaftsministeriums (MAPA) nahm der Schweinebestand in den zwölf Monaten bis Anfang Mai 2022 um 146 000 Tiere oder 0,5 % auf den neuen Rekord von 32,55 Millionen Stück zu.
Die Zunahme der "normalen Schweineherde" war mit 1,3 % auf 29,51 Millionen Stück sogar noch etwas stärker ausgeprägt, doch bremste der Rückgang von 7,2 % auf 3,04 Millionen Iberoco-Schweine das Wachstum des Gesamtbestandes. Das Fleisch von Iberico-Tieren ist, je nach Fütterung und Haltung, teilweise deutlich teurer als das von klassischen Schweinerassen. In wirtschaftlichen Krisenzeiten lässt es sich jedoch schwerer vermarkten, weshalb hier offensichtlich Bestände abgebaut wurden.
Zu beachten ist bei der Interpretation der Daten, dass der Zuwachs des spanischen Gesamtbestandes im Wesentlichen auf das Konto einer viel höheren Ferkelzahl ging. Den vorläufigen Angaben des Ministeriums zufolge gab es zur Erhebung im Mai 9,70 Millionen Schweine unter 20 kg; das waren rund 10 % mehr als ein Jahr zuvor. Im Frühjahr war Spaniens Importnachfrage für Ferkel spürbar gestiegen, da es Tiergesundheitsprobleme im Sauenbestand gab. Dies machte sich in der Erhebung auch an der geringeren Zahl an Mastschweinen ab 50 kg bemerkbar, die im Vorjahresvergleich um 5,3 % auf 13,02 Millionen abnahm.
Die für die weitere Produktionsentwicklung wichtige Zahl der Sauen in Spanien stieg gegenüber Mai 2021 geringfügig, nämlich um rund 10 000 Tiere oder 0,4 % auf 2,67 Millionen. Bei den tragenden Muttertieren wurde eine Zunahme von 1,0 % gemeldet. Auffällig ist jedoch, dass es bei den erstmals belegten Jungsauen zu einer recht deutlichen Abnahme von 7,5 % auf 275 000 Tiere kam. Noch deutlicher war das Minus bei den noch nicht belegten Jungsauen mit 9,2 % auf 333 500 Stück. Der klare Bestandsrückgang bei den Jungsauen lässt vermuten, dass zumindest die spanischen Ferkelproduzenten doch auf die Bremse treten. AgE (20.09.2022)
Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

ASP-Fall in Niedersachsen
Otte-Kinast: EU muss starre Vorgaben modernisieren
04.10.2022 — Nach der Aufhebung der aufgrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim eingerichteten Speerzone dürfen heute ab Mitternacht dort alle Schweine wieder ohne Restriktionen gehandelt und transportiert werden. "Die Erleichterung ist überall groß. Wir freuen uns, dass wir die EU-Kommission davon überzeugen konnten, dass die Restriktionen heute endlich ein Ende haben", erklärte Niedersachsen Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast in Hannover.
Große Beutegreifer
EU-Agrarminister drängen auf flexiblere Anwendung der FFH-Richtlinie
27.09.2022 — Die Mehrheit der EU-Landwirtschaftsminister hat sich für eine Aktualisierung und flexiblere Anwendung der rund 30 Jahre alten Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Richtlinie im Umgang mit Beutegreifern wie dem Braunbären oder dem Wolf ausgesprochen. Auf großen Anklang war dazu beim heutigen Agrarrat in Brüssel eine Initiative Österreichs gestoßen, in der auf einen gesamteuropäischen Ansatz gepocht wurde.
Agrarministerkonferenz
Özdemir lehnt Brüsseler Pflanzenschutzpläne ab
19.09.2022 — Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir lehnt die Brüsseler Pläne für ein Verbot der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in "sensiblen Gebieten" als zu weitreichend ab. Er sehe erheblichen Nachbesserungsbedarf bei den Vorschlägen.
Rundumschutz
R+V-AgrarPolice
Im Schadenfall kann die wirtschaftliche Existenz des Betriebes und damit die Lebensgrundlage der Familie und der Mitarbeiter schnell gefährdet sein. Landwirtschaftliche Unternehmer sind kaum in der Lage, für diesen Fall ausreichend Rücklagen zu bilden. Die R+V-AgrarPolice bietet umfassenden betrieblichen Versicherungsschutz, den Sie individuell für Ihren Betrieb zusammenstellen können.en.
EU-Parlament zu RED III
Scharfer Protest gegen Aberkennung von Holz als erneuerbare Energie
16.09.2022 — Mit deutlichen Worten hat die "Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) - Die Waldeigentümer" gegen die Forderung des Europaparlaments protestiert, dass Holz bis 2030 seinen Status als erneuerbare Energie verlieren soll. "Wir haben kein Verständnis dafür, dass die Nutzung einer regionalen und erneuerbaren Energiequelle in der jetzigen Situation wesentlich eingeschränkt werden soll".

xs

sm

md

lg

xl