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Saatgut

Tackmann warnt vor Rückgang der genetischen Vielfalt

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Vor einem Verlust der genetischen Vielfalt von Nutzpflanzen hat die agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Dr. Kirsten Tackmann, gewarnt. "Dieser negative Trend muss dringend gestoppt werden", erklärte Tackmann gestern als Reaktion auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage ihrer Fraktion. Eine wichtige Rolle schreibt sie in diesem Zusammenhang der Saatgutgewinnung durch Klein- und Hobbygärtner zu. Ein "fatales Zeichen" sei es, dass die Bundesregierung diesen Sachverhalt bisher nicht anerkenne. Ursache des Rückgangs der genetischen Vielfalt sei die "Fokussierung des Regelwerks auf Hochleistungssorten".
Nach Ansicht der Linken-Politikerin liegt die Verfügbarkeit von vielfältigem Saatgut im Gemeinwohlinteresse, da die genetische Vielfalt die Grundlage der Ernährungssouveränität sei. Damit sei zumindest der Erhalt oder die Verbesserung der Saatgutvielfalt Teil der Daseinsvorsorge. Für die Sicherung von mehr Saatgutvielfalt auf den Äckern und in den Gärten müssten neue Formen zum Schutz und zur Vermehrung von Saatgut unterstützt werden, fordert Tackmann. Gleichzeitig müsse die Finanzierung der Zucht gewerblich genutzter Pflanzensorten endlich auf solide, solidarische Füße gestellt und auf Gemeinwohlinteressen ausgerichtet werden. Anders könnten die Herausforderungen an einen nachhaltigen und klimaangepassten Pflanzenbau nicht gelöst werden.
Mit den von Tackmann aufgeworfenen Fragen beschäftigt sich der Bundesregierung zufolge die vom Bildungsministerium geförderte Nachwuchsforschungsgruppe "RightSeeds", ein Verbundprojekt der Universitäten Oldenburg und Göttingen sowie des Instituts für ökologische Wirtschaftsförderung (IÖW). Untersucht werde, ob eine Gemeingüterorientierung in der Sortenzüchtung und im Saatgutsektor "in bestimmten Fällen die bessere Lösung sein kann". Unter Gemeingüterorientierung versteht die Bundesregierung in diesem Zusammenhang, dass die Sorten für die Weiterzüchtung und Vermehrung offen gehalten und nicht geschützt werden. Ferner soll das Verbundprojekt untersuchen, wie gemeingüterbasierte Sortenzüchtung und Saatgutproduktion den Pflanzenbau sozial und ökologisch verändern können. Zu klären sei auch die Frage nach der Finanzierung. AgE (12.08.2020)
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