Kontraktverhandlungen

Trinkmilchpreise steigen kaum

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Die Kontraktverhandlungen der Molkereien mit ihren Abnehmern im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) haben im Segment der "weißen Linie" offenbar nur zu einem moderaten Anstieg der Abgabepreise geführt. Wie der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) berichtete, hat der Discounter Aldi zu Wochenbeginn die Preise für Trinkmilch seiner Eigenmarken um 3 Cent/l erhöht und verlangt für die Vollmilch nun 83 Cent/l, für die fettarme Variante 75 Cent. Zuletzt waren die Preise für Konsummilch im Juli 2021 um 1 Cent pro Liter gestiegen. Aus Sicht des VMB wäre angesichts der Marktlage "ein viel deutlicherer Preissprung" zu erwarten und für die Milcherzeuger aufgrund der stark erhöhten Produktionskosten auch "existenziell nötig" gewesen.
Der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Hubertus Beringmeier, übte scharfe Kritik an dem Abschluss und sprach von "einem Schlag ins Gesicht der Milchbauern". Die Ergebnisse der Kontraktverhandlungen bewegten sich fernab jeglicher Marktrealität, auf die sich der LEH in Phasen sinkender Nachfrage immer so gerne berufe. "Für die Milchviehbetriebe, deren Kosten für Betriebsmittel, Energie und Kraftfutter in den vergangenen Monaten drastisch gestiegen sind, bleibt so kaum Luft zum Atmen", monierte Beringmeier. WLV-Vizepräsident Wilhelm Brüggemeier sieht darin ein vertrautes Muster: "Die Supermarktketten wollten so höhere Einkaufspreise vermeiden und hatten auf eine Trendwende am Milchmarkt gehofft". In diesem Jahr zeige sich dieses Verhalten erneut. Trotz historisch guter Marktlage übe der Handel einen erpresserischen Druck auf die Molkereien aus.
Der Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft in Nordrhein-Westfalen, Dr. Rudolf Schmidt, sprach heute bei der Jahrespressekonferenz seiner Vereinigung von einer Trendumkehr am deutschen Milchmarkt mit immer weniger Betrieben und nun auch Milchkühen, was eine sinkende Milcherzeugung zur Folge habe. Zwar seien die Milcherzeugerpreise zuletzt deutlich gestiegen, teilweise auf 40 Cent/kg, doch "relativieren die hohen Produktionskosten diesen Zuwachs". Angesichts der gesellschaftlichen und politischen Anforderungen an die Milchbauern seien weitere Preissteigerungen nötig; ansonsten werde sich der Strukturwandel weiter verschärfen. AgE (13.01.2022)
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