Afrikanische Schweinepest

Update: Özdemir beantragt für Niedersachsens ASP-Zone Fristverkürzung - EU lehnt ab

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Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat bei der EU-Kommission eine Verkürzung der Frist von Verbringungsauflagen für Schweine in der niedersächsischen Überwachungszone der Afrikanischen Schweinepest (ASP) beantragt. Wie das Ministerium heute mitteilte, hat das Bundesland am vergangenen Wochenende alle notwendige Informationen und Daten zu der epidemiologischen Situation sowie den ergriffenen Schutzmaßnahmen in dem betroffenen Gebiet in den Kreisen Emsland und Grafschaft Bentheim geliefert, so dass nun der Antrag auf Fristverkürzung gestellt werden konnte.

Die nach einem ASP-Ausbruch in einer Schweinehaltung Anfang Juli in Emsbüren eigentlich bis zum 14. Oktober geltenden Tierseuchenauflagen haben in der Überwachungszone zu einem Schweinestau mit zuletzt 30 000 überschweren Schweinen geführt. "Mir macht die Situation der von der ASP betroffenen Betriebe große Sorgen, davon hängen Existenzen ab", erklärte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir. Er appellierte dringend an die EU-Kommission, "hier schnell zu einer Entscheidung zu kommen - im Sinne der betroffenen Betriebe, da immer mehr Schweine ihr Schlachtgewicht erreichen". Deshalb setze sich das Berliner Agrarresort, wie auch das Landwirtschaftsministerium in Hannover, für die Schlachtung von Schweinen aus den ASP-Restriktionsgebieten ein.
Laut Özdemir werden zudem Gespräche mit Kanada geführt, um die Modalitäten für die Wiederaufnahme des Exports von Schweinefleisch abzustimmen. "Die deutsche Tierhaltung liegt mir sehr am Herzen, wir brauchen sie für natürliche Kreisläufe", betonte Özdemir. In den letzten Jahren hätten viele Schweinehalter aufgegeben, nicht zuletzt aufgrund der Auswirkungen der ASP. "Ich möchte, dass auch in Zukunft gutes Fleisch aus Deutschland kommt. Nur so können wir für mehr Tierwohl sowie Klima- und Umweltschutz sorgen", bekräftigte der Agrarressortchef. Deswegen werbe sein Ministerium in Brüssel dafür, dass die umfangreichen Schutzmaßnahmen der Länder und Betriebe entsprechend honoriert würden - etwa durch Fristverkürzungen. Die guten Ergebnisse der Tierseuchenbekämpfungsmaßnahmen sprächen dafür, jetzt würden pragmatische und unkomplizierte Lösungen benötigt. AgE

Update: Die EU Kommission hat den entsprechenden Antrag abgelehnt mit der Begründung, die ASP-Ausbruchgefahr in Deutschland sei unvermindert hoch. Somit gelten die aktuellen Verbringungsauflagen für insgesamt drei Monate, begonnen haben sie am 05. Juli. (25.08.2022)
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