Agrarhandel

US-Landwirtschaftsminister Vilsack beklagt Außenhandelsdefizit

Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 
Copyright: Shutterstock
Trotz einer deutlichen Aufhellung des Gesprächsklimas gibt es zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union in wesentlichen handels- und agrarpolitischen Fragen offenbar nach wie vor deutliche Unterschiede hinsichtlich der Beantwortung. US-Agrarminister Tom Vilsack beklagte gestern Abend vor dem Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments, dass die EU-Handelsbarrieren bei Produkten, die mit gentechnisch veränderten Verfahren erzeugt worden seien, sowie mit Hormonen behandeltes Fleisch für das hohe Agrarhandelsdefizit der USA gegenüber der EU verantwortlich seien. Im Agraraußenhandel mit den Vereinigten Staaten betrug der Überschuss für die EU im vergangenen Jahr 11,9 Mrd Euro; betreffenden Exporten von 21,45 Mrd Euro standen Agrarimporte von nur 9,58 Mrd Euro gegenüber. Im Jahr 2019 hatten sich die entsprechenden Werte auf 21,84 Mrd Euro und 10,21 Mrd Euro belaufen.


Laut Vilsack sind es genau diese Handelsbeschränkungen, die aktuell einem umfangreichen Handelsabkommen zwischen Washington und Brüssel im Wege stehen. Zugleich betonte der US-Agrarminister, dass die Einigung auf ein zunächst fünfjähriges Zollmoratorium im Streit um die Airbus- und Boeing-Subventionen ein wichtiger Schritt hin zu einer Normalisierung der beiderseitigen Beziehungen gewesen sei.
Der Ressortchef sieht allerdings die USA und die EU bei der Notwendigkeit eines effektiven Klimaschutzes auf einer Linie. Er unterstrich, dass beide Seiten bis zum Jahr 2050 netto eine Treibhausgasneutralität für den Agrarsektor erreichen wollten. Deutliche Unterschiede gebe es jedoch bei der Frage, welchen Weg man zur Erreichung dieses Ziel beschreiten wolle.
Nach Ansicht von Vilsack, der bereits unter US-Präsident Barack Obama das Amt des US-Landwirtschaftsministers innehatte, könnten beispielsweise Pflanzen, die durch klassische gentechnisch veränderte Organismen (GVO) oder neuere Techniken wie dem Genom-Editing erzeugt worden seien, einen wichtigen Beitrag zur Kohlenstoffspeicherung leisten. Ein weiteres Werkzeug, um die US-Klimaziele zu erfüllen, sei die Förderung der Bioenergieproduktion sowie die Etablierung von Kohlenstoffmärkten in der Agrarwirtschaft.
Der Agrarsprecher der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten, Prof. Paolo De Castro, zeigte sich erleichtert über das neuerdings deutlich verbesserte Gesprächsklima zwischen der EU und den Vereinigten Staaten. Der ehemalige italienische Landwirtschaftsminister verwies in dem Zusammenhang ebenfalls auf das Potential neuer Züchtungstechniken. Dies gelte gerade im Hinblick auf das von der Farm-to-Fork-Strategie ausgegebene Ziel einer Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes bis 2030 um 50 %. AgE (14.07.2021)
Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

Afrikanische Schweinepest
Neuer ASP-Fund in der Uckermark außerhalb alter Kernzone
17.09.2021 — Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich im Norden von Brandenburg weiter aus. Das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigte gestern den Fund eines infizierten Frischlings, der als Fallwild auf dem Gebiet von Blumenhagen, einem Ortsteil von Schwedt/Oder, nur wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt gefunden wurde.
Brief an Schulze
Bioenergiebranche drängt auf Vorlage der Nachhaltigkeitsverordnungen
18.08.2021 — In einem Schreiben an Bundesumweltministerin Svenja Schulze haben Verbände der Bioenergiebranche den Verzug bei der Umsetzung der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (RED II) scharf kritisiert. Die 13 Verbände fordern darin die Bundesregierung auf, "die Nachhaltigkeitsverordnungen umgehend zu verabschieden und für Rechtssicherheit zu sorgen".
Polen
Tierseuchen bereiten den Tierhaltern Sorgen
12.08.2021 — Verschiedene Tierseuchen haben Polen weiter fest im Griff. Die Oberste Veterinärbehörde bestätigte zu Wochenbeginn weitere Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in landwirtschaftlichen Betrieben. Betroffen waren zuletzt Bestände in den Woiwodschaften Karpatenvorland und Großpolen.
Altersvorsorge
Altersvorsorge
Die R+V und der Deutsche Bauernverband e.V. (DBV) haben gemeinschaftlich das Landwirtschaftliche Versorgungswerk eingerichtet. Ziel ist die Absicherung und Vorsorge der Betriebsleiter, der mitarbeitenden Familienangehörigen und der Mitarbeiter zu Sonderkonditionen.
EU-Bedenken Umsetzung der DüV
Bundesregierung bemüht sich um Klärung
29.07.2021 — Nach dem "Mahnschreiben" von EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius zu vermeintlichen Defiziten bei der Umsetzung der novellierten Düngeverordnung in Deutschland hat die Bundesregierung Kontakt zu der Brüsseler Behörde aufgenommen. Die Bundesregierung hofft, die Brüsseler Bedenken ausräumen zu können.

xs

sm

md

lg

xl