Wachstumschancengesetz

Verbände fordern Berücksichtigung land- und forstwirtschaftlicher Belange

Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 
Copyright: Pixabay
Maßgebliche Verbände haben ihre Kritik bekräftigt, der von der Bundesregierung vorgelegte Entwurf für ein Wachstumschancengesetz vernachlässige die Belange der Land- und Forstwirtschaft sowie des Gartenbaus. In einem gemeinsamen Schreiben an die Abgeordneten des Bundestages fordern der Deutsche Bauernverband (DBV), der Hauptverband der landwirtschaftlichen Buchstellen (HLBS), die Familienbetriebe Land- und Forst und der Zentralverband Gartenbau (ZVG) steuerliche Entlastungen für die Betriebe der "grünen" Branche.

Ausschluss von der Investitionsprämie

Erneut werfen die Verbände der Bundesregierung vor, sie schließe in ihrem Entwurf land- und forstwirtschaftliche sowie gartenbauliche Betriebe mit Primärerzeugung faktisch von der geplanten Investitionsprämie aus, und das nur um. eine europarechtliche Einzelnotifizierung zu vermeiden. "Diese gravierende Benachteiligung innerhalb der Wirtschaftszweige ist inakzeptabel", heißt es in dem Schreiben. Umso wichtiger sei es, den Betrieben äquivalente steuerliche Instrumente zur Verfügung zu stellen, wie die Entfristung der Tarifglättung und die Anhebung der Gewinngrenze für Investitionsabzugsbeträge in § 7g Einkommensteuergesetz (EstG).

Benachteiligung pauschalierender Landwirte

Eine Absage erteilen die Verbände der vorgesehenen weiteren Absenkung des Pauschalierungssteuersatzes von 9,0% auf 8,4%. Eine solche deutliche und bewusst erfolgte Benachteiligung der pauschalierenden Landwirte durch Verzerrungen im Berechnungssystem und die Definition der Berechnungszeiträume sei nicht hinnehmbar. Daneben weisen die Verbände erneut auf ein steuerliches Hindernis beim Ausbau der erneuerbaren Energien hin. Dringend erforderlich sei eine steuerrechtliche Klarstellung, dass eine mit einer PV-Freiflächenanlage bebaute landwirtschaftliche Fläche bewertungsrechtlich für Zwecke der Grundsteuer sowie der Erbschaft- und Schenkungssteuer weiter dem land- und forstwirtschaftlichen Vermögen zugeordnet bleibe. Zur Akzeptanz dieser Flächenfreigabe benötigten die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe schnell Planungssicherheit, um die sonst erheblichen steuerlichen Nachteile zu vermeiden. AgE/rm (07.11.2023)
Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

Umsatzsteuerpauschalierung
DBV will Anhebung statt Absenkung
01.07.2024 — Eine falsche Berechnungsmethode liege der vorgesehenen weiteren Absenkung des Durchschnittssatzes zugrunde, sagt Bauernpräsident Rukwied. Laut DBV-Berechnungen müsste die Vorsteuerpauschale auf 10,5% angehoben werden, anstatt sie auf 7,8% abzusenken. Ein Zwischenschritt auf 8,4% für das Kalenderjahr 2024 ist noch nicht vom Tisch.
Jahressteuergesetz 2024
Vorsteuerpauschale sinkt erneut
06.06.2024 — Der Durchschnittssatz für die Umsatzsteuerpauschalierung soll ein weiteres Mal gesenkt werden, und zwar von 8,4% auf 7,8%. Das sieht der Regierungsentwurf für das Jahressteuergesetz 2024 vor. Die angekündigte Tarifglättung ist darin nicht enthalten; sie soll im Rahmen des geplanten "Agrarpakets" beschlossen werden.
Umsatzsteuerpauschale
Nahezu unlösbare Aufgabe
28.05.2024 — Nicht machbar sind laut DRV-Geschäftsführerin Buth die Pläne des Bundesfinanzministeriums, den Durchschnittssteuersatz für die Landwirtschaft auf 8,4% zu senken und dies direkt einen Tag nach Verkündung des Gesetzes verpflichtend zu machen. Eine solche Steuersatzanpassung ohne notwendigen Vorlauf dürfe es nicht geben.
Rundumschutz
R+V-AgrarPolice
Im Schadenfall kann die wirtschaftliche Existenz des Betriebes und damit die Lebensgrundlage der Familie und der Mitarbeiter schnell gefährdet sein. Landwirtschaftliche Unternehmer sind kaum in der Lage, für diesen Fall ausreichend Rücklagen zu bilden. Die R+V-AgrarPolice bietet umfassenden betrieblichen Versicherungsschutz, den Sie individuell für Ihren Betrieb zusammenstellen können.en.

xs

sm

md

lg

xl