Demonstration in Gießen

Weidetierhalter fordern mehr Schutz für ihre Tiere vor dem Wolf

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Mehr Schutz der Weidetiere vor dem Wolf hat das Bündnis der Weidetierhalter gefordert. Auf einer Kundgebung gestern in Gießen unter dem Motto "Wir für unsere Tiere" betonte der Vizepräsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), Volker Lein, dass sich die Schaf-, Ziegen-, Rinder- und Pferdehalter angesichts der unregulierten Ausbreitung des Wolfes in Deutschland zunehmend um die Sicherheit ihrer Weidetiere sorgten. "Jährlich wächst die Wolfspopulation um etwa 30 %", berichtete Lein. Hessen brauche keine Wolfsreviere, sondern Weidetiere.
Zu den Kernforderungen des Bündnisses zählen die zeitnahe Erfassung und Veröffentlichung des tatsächlichen Wolfsbestandes, die Festlegung von Obergrenzen für den Wolfsbestand und die präventive Förderung sämtlicher Herdenschutzmaßnahmen. Zudem sollten Rissereignisse unbürokratisch, zügig und umfassend entschädigt und der Wolf in das Jagdrecht aufgenommen werden. Daneben drängen die Verbände auf eine zügige Entnahme übergriffiger Wölfe. Außerdem mahnen sie, Gebiete auszuweisen, in denen wolfsabweisende Maßnahmen nicht möglich sind.
Nik Hampel von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Hessen erklärte, wenn die Gesellschaft die Rückkehr des Wolfes wünsche, müssten auch sämtliche damit verbundenen Kosten vom Staat übernommen werden. Diese könnten nicht auf die Weidetierhalter abgewälzt werden. Der Sprecher des Bundesverbandes Berufsschäfer, Frieder Beyer, sieht die Sorgen, Argumente und Forderungen der Weidetierhalter von Politik und Verwaltung "schlichtweg ignoriert". Stattdessen sei die Verantwortung der Weidetierhaltung im Wolfsmanagementplan verschriftlicht worden, ohne ihr die dafür nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen.
Aus Sicht des Bündnisses fehlt dem Wolfsmanagementplan ein konkreter Rahmen für Präventionsmaßnahmen, schnelle Entnahmen und zügigen Schadensausgleich sowie für eine Bestandsregulierung. "Es muss alles darangesetzt werden, den Wolf von Siedlungen und Weidetieren fernzuhalten, bevor Tiere oder gar Menschen zu Schaden kommen", mahnte Lein.
Hinsichtlich der kürzlich in Kraft getretenen Weidetierschutz-Richtlinie sprach der Vorsitzende des Hessischen Schafzuchtverbandes, Reinhard Heintz, von einem "Bürokratiemonster" Die Richtlinie diene in erster Linie dazu, dass "sich Politik und Verwaltung ihrer Verantwortung für die Folgen einer ungehinderten Ausbreitung des Wolfes entziehen".
Der Vorsitzende der Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen (VÖL), Tim Treis, hält mit rund 1 800 Wölfen in Deutschland den günstigen Erhaltungszustand des Wolfes längst erreicht und mehr als erfüllt. Deshalb sei der absolute Schutzstatus, den der Wolf aufgrund europa- und bundesrechtlicher Regelungen innehabe, nicht mehr gerechtfertigt. AgE (26.10.2021)
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