Österreich

Wien gibt Brachflächen für volle Nutzung frei

Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 
Copyright: Shutterstock
Anders als ihre Berufskollegen in Deutschland können die österreichischen Landwirte Brachflächen jetzt uneingeschränkt für die Produktion nutzen. Zulässig ist der Anbau aller Ackerkulturen mit Pflanzenschutzmittelanwendung sowie eine Nutzung der Flächen durch Beweidung oder Mahd. Dieser Schritt wurde von Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger jetzt im Rahmen der Ersten Säule national umgesetzt. Begründet wird die Maßnahme mit den Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die weltweite Versorgungssicherheit sowie den massiv steigenden Betriebs- und Futtermittelkosten.


Die Neuregelung umfasst nach Angaben des Wiener Agrarressorts ausschließlich Ökologische Vorrangflächen (ÖVF) im Rahmen der Ersten Säule für das Jahr 2022; dabei geht es potentiell um insgesamt rund 9 000 ha. Maßnahmen im Umweltprogramm (ÖPUL) bleiben indes unberührt; bestehende Verträge zu Biodiversitätsflächen im Rahmen des ÖPUL gelten unverändert weiter. Dies bedeutet, dass diese Areale - rund 45 000 ha Ackerland - als Flächen mit besonders positiver Umweltwirkung erhalten bleiben. Die Beantragung erfolgt wie gewohnt.
Köstinger hatte beim vergangenen EU-Agrarrat gefordert, dass Brüssel rasch ein Maßnahmenpaket für mehr Versorgungssicherheit schnüren und ungenützte Flächen für die agrarische Produktion freigeben sollte. "Jeder Hektar, den wir in Europa in Bewirtschaftung bringen, auch der österreichische Beitrag, hilft. In der aktuellen Situation brauchen unsere Bäuerinnen und Bauern mehr Flexibilität für den Anbau, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dafür haben wir nun den nationalen Rechtsrahmen geschaffen", erklärte die Ressortchefin nach der Freigabe der Brachflächen. AgE (22.04.2022)
Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

Verordnung Anpassungsbeihilfe
Bis zu 15 000 Euro pro Betrieb zur Abmilderung von Kriegsfolgen
21.06.2022 — Details zur Gewährung der Krisenhilfe von 180 Mio Euro zur Abmilderung der Folgen des Ukraine-Krieges für die Landwirtschaft hat das Bundeslandwirtschaftsministerium jetzt vorgelegt. Anspruchsberechtigt sollen demnach Betriebe des Freilandgemüsebaus, des Obst- und Weinbaus sowie der Geflügel- und Schweinehaltung sein.
Ukrainische Landwirtschaft
Bisher Schäden und Verluste von mehr als 4 Milliarden Euro aufgelaufen
17.06.2022 — Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die dortigen Bauern bisher umgerechnet 4,1 Mrd Euro gekostet. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommt die Kiewer Wirtschaftshochschule (KSE), die in einer aktuellen Analyse den Wert der direkten Zerstörungen durch die russische Armee in der Agrarwirtschaft, aber auch die mittelbaren Folgen der Aggressionen berechnet hat.
Ukraine
Ernte von Wintergerste hat im Süden des Landes begonnen
14.06.2022 — In der Ukraine hat die Getreideernte unter Kriegsbedingungen begonnen. Nach Angaben des Nachrichtendienstes Ukrinform sind die ersten Wintergerstenbestände in der Region Odessa und im ukrainischen Teil Bessarabiens druschreif und werden seit dem Wochenende geborgen.
Rundumschutz
R+V-AgrarPolice
Im Schadenfall kann die wirtschaftliche Existenz des Betriebes und damit die Lebensgrundlage der Familie und der Mitarbeiter schnell gefährdet sein. Landwirtschaftliche Unternehmer sind kaum in der Lage, für diesen Fall ausreichend Rücklagen zu bilden. Die R+V-AgrarPolice bietet umfassenden betrieblichen Versicherungsschutz, den Sie individuell für Ihren Betrieb zusammenstellen können.en.
Ernährungskrise
Von der Leyen wirft Russland Erpressung vor
25.05.2022 — Mit deutlichen Worten hat die Präsidentin der Europäischen Kommission, Dr. Ursula von der Leyen, Russland im Hinblick auf die sich zuspitzende globale Ernährungskrise "Erpressung" der Weltgemeinschaft vorgeworfen. Wie die frühere Bundesverteidigungsministerin in ihrer gestrigen Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos feststellte, nutzt Russland "Hunger und Getreide, um Macht auszuüben".

xs

sm

md

lg

xl