Wissenschaftler gegen pauschales GVO-Anbauverbot

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Gegen ein pauschales Anbauverbot für gentechnisch veränderte Pflanzen (GVO) in Deutschland haben sich die Nationale Akademie Leopoldina, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften ausgesprochen. Einige neue molekulargenetische Methoden seien von den nicht regulierten, als konventionelle Züchtung geltenden Verfahren im Ergebnis kaum oder gar nicht mehr zu unterscheiden, erklärten die Akademien heute in einer gemeinsamen Stellungnahme.
Mit herkömmlichen Züchtungsmethoden könnten ähnliche Pflanzen wie mit gentechnischen Verfahren erzeugt werden, allerdings mit sehr geringer Effizienz und großer zeitlicher Verzögerung. Vor diesem Hintergrund müsse die Risikobewertung künftig „vor allem auf die spezifischen Eigenschaften neuer Pflanzensorten und nicht auf den Prozess ihrer Erzeugung abstellen“, betonten die Wissenschaftler und empfahlen „wissenschaftsbasierte Einzelfallprüfungen“. Ein pauschales GVO-Anbauverbot würde hierzulande die Forschungs- und Berufsfreiheit, den Schutz des Eigentums sowie die allgemeine Handlungsfreiheit und damit die Chancen der Erforschung, Weiterentwicklung und kommerziellen Nutzung der Grünen Gentechnik akut bedrohen.
Ferner trügen Deutschland und Europa in einer globalisierten Welt mit knappen natürlichen Ressourcen und einer wachsenden Nachfrage eine internationale Verantwortung, die Produktivität der Landwirtschaft unter anderem durch nachhaltige neue Züchtungsmethoden weiter zu steigern. Auch das politische Signal, das ein komplettes Anbauverbot an Länder vermittle, in denen Produktionssteigerungen zur Hungerbekämpfung zwingend erforderlich seien, sollte nicht unterschätzt werden. AgE (28.03.2015)
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