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9.679 Kilometer, 63 Tage - Landwirtschaft in Nord- und Osteuropa

Meine Reise durch Skandinavien liegt hinter mir und ich bin wieder wohlbehalten zu Hause im schönen Schaumburger Land angekommen. Nachdem ich nun erst einmal alles sacken lassen habe, möchte ich Ihnen nun gerne noch einmal einen abschließenden Überblick über meine Erlebnisse und Erfahrungen verschaffen.

Begonnen hatte meine Reise damit, dass ich einen Schulkameraden in der Nähe von Flensburg besucht habe, dessen Familie dort einen Betrieb mit 60 Hektar Sonderkulturen bewirtschaftet – den Erdbeerhof Jensen. Von dort aus ging es weiter nach Dänemark, wo ich mit dem Außendienstleiter des Agrarservice Medelby John Jensen ins Gespräch kam. Er hat mir das selbst entwickelte Bandlaufwerk Rollmax gezeigt. Außerdem stellte er den Kontakt zu einem Landwirt in der Umgebung her, der seit Jahren erfolgreich PIADIN® einsetzt. Ich war wirklich beeindruckt von den Ertragssteigerungen von mehr als 25 Prozent, die nur durch den gezielten Einsatz dieses Stickstoffstabilisators erreicht wurden.

Weiter ging es nach Väderstad, Schweden. Hier bekam ich die Möglichkeit, das Werk eines Maschinenherstellers für Bodenbearbeitungs- und Aussaatgeräte zu besichtigen und merkte schnell, dass die Schweden großen Wert auf Arbeitsschutz und eine ausgewogene Work-Life- Balance legen. Dieser schwedische Lebensstil wurde mir beim ortsansässigen Landwirt Axel Extander noch mehr bewusst. Ein weiterer Stopp war bei dem Agrarhändler „Lantmännen“, bei dem ich mich über die Stickstoffdüngung in Schweden informierte: Die Landwirte können hier – anders als in Deutschland – selbst über die Ausbringmenge des Stickstoffs entscheiden, wohingegen jedoch die Phosphatdüngung begrenzt ist.

Von Östersund aus ging es in die Wälder Schwedens, um die Forstwirtschaft hier näher kennenzulernen. Das Forstunternehmen Gällö Skog setzt auf die Erhaltung der Natur durch modernste Technik. Jeder Quadratmeter, der abgeholzt wird, muss wieder aufgeforstet werden. Nur auf diesem Weg ist es möglich, eine derartig effiziente Forstwirtschaft zu betreiben und zugleich so dichte Wälder wie in Schweden zu erhalten.

Meine Reise führte mich weiter durch Finnland nach Lettland. In Lettland besuchte ich zwei von Grund auf verschiedene Betriebe. Zuerst hielt ich bei Ernst Glindemann, der vor nunmehr 14 Jahren einen Betrieb in Westlettland übernommen hat. Bei der Bewirtschaftung legt er – anders als viele Betriebsleitern im Baltikum – einen hohen Wert auf Feldhygiene, integrierten Pflanzenschutz und den pH-Wert seiner Flächen, welchen er durch regelmäßige Kalkung konstant hält.

Mein nächstes Ziel war der Betrieb von Volker Höppner, nahe Kuldiga. Es handelte sich dabei um einen sogenannten Biagro-Betrieb – eine Mischung aus Bio und konventioneller Landwirtschaft. Neben Winterweizen, Winterraps und Bohnen werden hier auch Zichorien angebaut. Während diese Früchte bei uns häufig als „Gemeine Wegwarte“ bekannt am Straßenrand zu finden sind, werden sie hier gezielt angebaut und dienen nach mehreren Verarbeitungsschritten als Kaffeersatzprodukt „Muckefuck“. Erwähnenswert ist neben dieser seltenen Frucht auch das hofeigene Labor, in welchem Trockensubstanzgehalt und Fallzahl von Getreide bestimmt werden, um schon während des Anbaus den idealen Erntetermin zu bestimmen. Dabei geht es weniger als in Deutschland um die Restfeuchte, sondern vielmehr um die Qualität.

Danach ging es für mich weiter nach Litauen zu Jan Udo Sparenborg. Er verwaltet einen 3000-Hektar-Betrieb mit Bohnen, Getreide und Raps in der Fruchtfolge. Aufgrund eines kurzen Bestellfensters im Herbst, resultierend aus der späten Räumung der Flächen und darauf folgenden hohen Niederschlägen mit niedrigen Temperaturen, ist der Anteil der Sommerungen sehr groß.

Nachdem ich zwei Tage durch Polen gefahren bin, besuchte ich die Familie Droste in Rumänien, mit denen ich schon von Kindesbeinen an vertraut bin. Nachdem sie 2001 aus einem Betrieb in Schaumburg noch eine ehemalige landwirtschaftliche Produktions-Genossenschaft übernahmen, folgte 2010 die Expansion nach Rumänien. Hier hielten sich zuerst einige Hindernisse bereit, die von aufwendigen Behördengängen über Motivation der Mitarbeiter bis zur Zusammenlegung und Bewirtschaftung kleiner Teilflächen reichten. Aufgrund des starken Zusammenhaltes in der Familie hat sich die Arbeit bezahlt gemacht und mittlerweile laufen alle drei Betriebe mit Erfolg.

Zusammengefasst: 9.679 Kilometer 63 Tage unterwegs. 13 Länder. 16 Grenzüberquerungen. 138 Stunden Fahrtzeit. 688 Liter Diesel. 48 Nächte im Auto.

Wenn Sie nun mehr über die Reise von Hannes-Friedrich Böse erfahren möchten, bietet sich am 11.12.2017 die letzte Gelegenheit dazu in Harsum an.
Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist hier möglich.

Mit freundlichen Grüßen
Hannes-Friedrich Böse (05.12.2017)

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